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Leichte Bälle, schwere Bälle Kampf um Gleichberechtigung erreicht den Tennis-Ball

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Sind Niemeiers Bälle zu leicht?

(Foto: IMAGO/Hasenkopf)

Die US Open sind bereits in vollem Gange und mit dem großen Tennis-Turnier auch die Diskussion darüber, warum in der Damen-Konkurrenz eigentlich andere Bälle verwendet werden als bei den Herren.

Das gibt es bei keinem anderen Grand-Slam-Turnier, nur bei den US Open: unterschiedlich beschaffene Tennis-Bälle für Frauen und Männer. Ganz zum Unmut der Stars der Szene, wie der Weltranglistenersten Iga Swiatek, die schon vor dem Start in New York heftige Kritik an den gelben Filzkugeln übte, die "wie verrückt fliegen" würden.

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Den Grund dafür enthüllte Christopher Kas, Trainer der einzig im Turnier verbliebenen Deutschen Jule Niemeier, in der ARD: "Der Damenball spielt sich etwas leichter, liegt weniger schwer auf dem Schläger und fliegt etwas leichter durch die Luft." Dadurch hätten die Spielerinnen "ab und zu das Gefühl, dass der Ball sich schwieriger kontrollieren lässt", erklärte der Coach.

Kas' Worte passen zur Sicht von Swiatek, die verriet: "Ich habe viele Spielerinnen gehört, die sich darüber beschwert haben, weil wir andere Bälle haben als die Männer." Dass diese leichter seien, sei unnötig. "Wir haben heute ein wirklich kräftiges Spiel. Es ist nicht mehr so wie vor zehn Jahren", so die Polin.

Ins gleiche Horn stieß auch der frühere spanische Tennisprofi Alex Corretja bei Eurosport. Die Frauen würden heutzutage "so hart schlagen, dass sie etwas mehr Kontrolle brauchen", sagte der Spanier und fügte an: "Ich denke, sie sollten in Betracht ziehen, dass sie vielleicht für die nächste Saison einfach mit demselben Ball spielen."

Gleiche Tennis-Bälle bei den US Open 2023?

Während das Portal "Inside the Games" glaubt, dass Emma Raducanus Sieg im letzten Jahr nur durch die leichteren Bälle herrührte, erklärte Craig Tyzzer, der ehemalige Coach von Ashleigh Barty, die Anfang des Jahres ihre Karriere beendete, dass die Australierin die US Open aufgrund der anders beschaffenen Bälle und ihres Spiels niemals hätte gewinnen können.

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Dass es trotz aller Kritik in diesem Jahr noch keine Veränderungen beziehungsweise gleiche Bälle für alle gab, begründete die United States Tennis Association in einer Mitteilung folgendermaßen: "Entscheidungen über die Bälle müssen viele Monate im Voraus getroffen werden, damit wir die fast 100.000 Wettkampfbälle organisieren können, die bei den US Open verwendet werden sollen." US-Sportartikelhersteller Wilson rüstet sowohl Damen als auch Herren mit den Spielbällen aus.

Amy Binder, Sprecherin der WTA, ließ via AP mitteilen, sie werde sich das Thema "weiter ansehen" und sowohl mit den Spielerinnen als auch mit den Verantwortlichen weiter diskutieren. Swiatek hatte bereits mitgeteilt, sie werde "ein bisschen mehr Druck machen", um ihr Ziel zu erreichen.

Quelle: ntv.de, sue/sport.de

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