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"Schlechteste Vorbereitung" Kerber humpelt zu den French Open

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Angelique Kerber hat in ihrer Karriere schon drei der vier Grand-Slam-Turniere gewonnen. Ob der Kielerin auch ein Triumph beim fehlenden Vierten gelingt, ist fraglicher denn je.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Für Deutschlands beste Tennisspielerin Angelique Kerber läuft die Saison auf Sand bislang mehr als holprig. Nach ihrer verletzungsbedingten Absage für das Turnier in Madrid, scheint der Traum vom noch fehlenden French-Open-Titel schon jetzt in weite Ferne zu rücken.

Angelique Kerber war frustriert. Statt beim WTA-Turnier in Madrid endlich so richtig Anlauf auf den letzten noch fehlenden Grand-Slam-Titel bei den French Open nehmen zu können, humpelte die Wimbledonsiegerin nach nur einem Match von dannen. "Das ist die schlechteste Vorbereitung auf eine Sandplatzsaison, die ich jemals hatte", sagte sie nach ihrer verletzungsbedingten Aufgabe vor dem Zweitrundenmatch gegen die Kroatin Petra Martic: "Erst der Virus, jetzt das".

Kerber kommt auf dem von ihr ohnehin am wenigsten geliebten Belag einfach nicht in Tritt. Im April hatte die deutsche Nummer eins das Fed-Cup-Relegationsduell in Lettland kurzfristig wegen einer verschleppten Grippe verpasst, beim anschließenden Heim-Turnier in Stuttgart verlor sie entkräftet ihr zweites Match gegen die Niederländerin Kiki Bertens. In Madrid war nun nach dem mühelosen 6:3, 6:2 zum Auftakt gegen Lesia Zurenko (Ukraine) aufgrund einer Knöchelverletzung vorzeitig Schluss.

"Hoffentlich bereit für die großen Dinger"

"Ich denke, es ist nichts Ernstes, aber ich will nichts riskieren. Die Sandplatzsaison dauert noch ein paar Wochen", meinte Kerber, die zur näheren Untersuchung umgehend in die Heimat flog. Sie sei im Training umgeknickt, könne seitdem wegen der Schmerzen nicht normal laufen, berichtete sie. Die 31-Jährige will nun genau prüfen, wie sehr sie ihren Körper in nächster Zeit belasten kann: "Wir haben noch viel zu tun, da gilt es, auf Nummer sicher zu gehen. Hoffentlich bin ich dann bereit für die großen Dinger."

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2018 unterlag Kerber in Paris im Viertelfinale Simona Halep.

(Foto: imago/Schreyer)

Das größte Ding sind fraglos die French Open Ende Mai in Paris. Diesem Ziel hatte Kerber in diesem Jahr eigentlich alles unterordnen wollen. Bei einem Sieg in Roland Garros hätte die Kielerin als erst elfte Spielerin - und zweite Deutsche nach ihrem Idol Steffi Graf - Triumphe bei alle vier Grand-Slam-Turnieren vorzuweisen. Ein Traum, der angesichts der mehr als holprigen Vorbereitung nun allerdings bereits frühzeitig in weite Ferne zu rücken scheint.

Noch hat Kerber die Hoffnung allerdings nicht aufgegeben. Ebenso wenig wie den Wunsch, bereits in der kommenden Woche in Rom auf den Platz zurückzukehren und damit die dringend benötigte Spielpraxis zu sammeln. "Ich werde alles geben, denn 100 Prozent fit zu sein, ist auf Sand alles", sagte sie. Die Frustration über die ständigen körperlichen Rückschläge war ihr dennoch anzumerken. "Ich hatte mich wirklich auf dieses Jahr gefreut", sagte Kerber. "Bis jetzt" seien die Vorzeichen aber "noch nicht wirklich gut".

Quelle: n-tv.de, Pirmin Closse, sid

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