Sport

Erste Runde in Wimbledon Kerber siegt im Eiltempo, Struff unterliegt knapp

296447549.jpg

Geschafft: Für ihren Sieg in der ersten Runde in Wimbledon, brauchte Angelique Kerber nur 62 Minuten.

(Foto: picture alliance / empics)

Die deutsche Ausnahmespielerin Angelique Kerber eilt in gut einer Stunde zu ihrem Erstrundenerfolg in Wimbledon. Auch zwei weitere deutsche Spieler ziehen in Runde zwei ein. Gescheitert ist dagegen Jan-Lennard Struff, der dem "Wunderkind" Carlos Alcaraz nach langem Kampf knapp unterliegt.

Im Eiltempo hat Angelique Kerber ihre Auftaktaufgabe beim Rasen-Klassiker in Wimbledon gemeistert und sich in starker Frühform präsentiert. Beim 6:0, 7:5 deklassierte die Siegerin von 2018 die Französin Kristina Mladenovic zu Beginn und krönte nach nur 62 Minuten die starken Auftritte mehrerer deutscher Tennisprofis zum Turnierstart. Jan-Lennard Struff verpasste einen Erstrunden-Coup gegen den spanischen Jungstar Carlos Alcaraz in fünf Sätzen nur knapp den Einzug in die zweite Runde. Jule Niemeier und Maximilian Marterer feierten hingegen ihre Premierensiege in Wimbledon. Oscar Otte entschied das einzige deutsche Duell zum Wimbledon-Auftakt klar für sich.

Für die dreimalige Grand-Slam-Turniersiegerin Kerber war es an ihrem selbst titulierten "magischen Ort" an der legendären Church Road hingegen schon der 37. Erfolg - und ein besonderer. Bei ihrer 14. Wimbledon-Teilnahme gelang ihr erst zum vierten Mal ein Satzgewinn ohne eigenen Spielverlust.

Erst im umkämpfteren zweiten Durchgang wurde Kerber so richtig gefordert, zeigte in den entscheidenden Situationen aber ihre Klasse und schaffte das entscheidende Break zum 6:5. Mit einer Rückhand verwandelte sie ihren Matchball. In der nächsten Runde trifft die Halbfinalistin des Vorjahres auf Magda Linette aus Polen, dafür ist sie ebenfalls favorisiert.

Struff unterliegt nach mehr als vier Stunden

Kurz vor dem Auftritt von Kerber auf Court 1 verabschiedeten die Zuschauer Struff unter dem geschlossenen Dach des zweitgrößten Stadions mit donnerndem Applaus. Trotz großen Kampfs musste sich der 32-jährige Warsteiner nach 4:10 Stunden mit 6:4, 5:7, 6:4, 6:7 (3:7), 4:6 geschlagen geben und klopfte dem Weltranglisten-Siebten anerkennend auf den Rücken.

Struff kassierte im fünften Satz das entscheidende Break zum 4:5, der an Nummer fünf gesetzte Alcaraz verwandelte wenig später seinen zweiten Matchball. "Er hat sehr gut gespielt", lobte Alcaraz seinen Kontrahenten. Struff hatte das Wunderkind vergangenes Jahr in der ersten Runde der French Open noch bezwungen. Der 19 Jahre alte Spanier hat nach allein vier Turniersiegen in diesem Jahr aber einen ganz anderen Status und liegt derzeit auf Weltranglistenplatz sieben. Die 22 Jahre alte Niemeier setzte sich nach nur 73 Minuten mit 6:1, 6:4 gegen die Chinesin Xiyu Wang durch und feierte damit ihren ersten Sieg überhaupt bei einem Grand-Slam-Turnier. "Ich bin extrem glücklich mit meiner Performance heute, weil ich sehr gut gespielt habe von Anfang bis Ende", sagte die Dortmunderin. Niemeier steht nun vor einer äußerst schweren Aufgabe und trifft auf die an Nummer zwei gesetzte Estin Anett Kontaveit.

Qualifikant Marterer mit erstem Sieg in London

Marterer bezwang den Slowenen Aljaz Bedene nach 3:04 Stunden mit 4:6, 7:5, 6:4, 7:5 und ließ sich dabei auch von zwei längeren Regenpausen nicht aus dem Konzept bringen. "Das fühlt sich unglaublich an, da hätte ich vor dem Turnier nicht mit gerechnet", sagte der Nürnberger, der sich durch die Qualifikation gekämpft hatte. Marterer gelang bei seiner zweiten Hauptrunden-Teilnahme der erste Sieg in Wimbledon, er bekommt es nun mit Frances Tiafoe aus den USA zu tun.

Der 28 Jahre alte Oscar Otte setzte sich in 77 Minuten mit 6:1, 6:2, 6:1 gegen den Münchner Peter Gojowczyk durch und erreichte mühelos die zweite Runde. Otte ist in Abwesenheit des verletzt fehlenden Olympiasiegers Alexander Zverev beim Rasen-Klassiker die deutsche Nummer eins bei den Herren und erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier gesetzt. Er trifft nun auf den Briten Jay Clarke oder Christian Harrison aus den USA.

Struff scheiterte hingegen knapp an seinem ersten Zweitrunden-Einzug seit 2019. Der Bruch seines großen Zehs, der ihn dieses Jahr mehr als zwei Monate lang gestoppt hatte, war ihm lange Zeit nicht anzumerken. Angesichts der "brutal schweren Aufgabe" hatte er vor der Partie angekündigt, einen "Monsterfight" zu liefern - und Struff hielt Wort. Vor allem mit seinem bis zu 218 Stundenkilometer schnellem Aufschlag und krachenden Vorhänden setzte er seinen Gegner zu Beginn unter Druck und blieb auch in zahlreichen engen Momenten nervenstark. Vier Breakbälle wehrte Struff im ersten Satz ab und feierte den per Ass verwandelten Satzball mit ausgestreckter Faust in Richtung seines Anhangs auf der Tribüne.

Der Regen prasselte auf das geschlossene Dach, beide Spieler ließen sich auch von den teils schwülen Bedingungen nicht aus dem Konzept bringen. Im zweiten Satz konnte Alcaraz erstmals Struff den Aufschlag abnehmen und stellte diesen auch im weiteren Spielverlauf mit starken Passierbällen immer wieder vor Probleme. Am Ende fehlte Struff auch sichtbar die Kraft.

Quelle: ntv.de, als/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen