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124. All England Championships Kiefer und Petkovic enttäuschen

Kein Hofknicks, kein Centre Court, kein Treffen mit der Königin - Andrea Petkovic und Nicolas Kiefer verabschieden sich nach ihren Auftaktniederlagen. Dafür ist völlig überraschend Tobias Kamke noch dabei.

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(Foto: dpa)

Die deutschen Tennisprofis sind bei den 124. All England Championships in Wimbledon für jede Überraschung gut. Nachdem am Eröffnungstag des prestigeträchtigsten Grand-Slam-Turniers gleich sieben Akteure ihre Auftakthürde souverän meisterten, trumpfte am Dienstag Tobias Kamke mächtig auf. Der 24-Jährige aus Lübeck drehte ein längst verloren geglaubtes Match gegen Guillermo Garcia-Lopez aus Spanien und zog durch ein 5:7, 2:6, 7:5, 6:4, 6:4 in Runde zwei ein.

Dort kommt es für den deutschen Aufsteiger der Saison, der schon in Roland Garros mit dem Einzug in die zweite Runde aufhorchen ließ, zur Revanche gegen Andreas Seppi. Dem 26-Jährigen aus Südtirol war die aktuelle Nummer 126 der Weltrangliste vor zwei Jahren in seinem bis dato einzigen Match im Hauptfeld des berühmten Rasenturniers im Londoner Südwesten nicht gewachsen gewesen.

Frühes Aus Petkovic und Kiefer

Das Wimbledon-Debüt von Andrea Petkovic ging dagegen ebenso daneben wie die Rückkehr von Nicolas Kiefer. Der Hannoveraner, der nach langer Verletzungspause nur dank einer Wildcard an den Start gehen konnte, unterlag dem Spanier David Ferrer 4:6, 2:6, 3:6 und verabschiedete sich nach Simon Greul und Michael Berrer als dritter der zwölf deutschen Tennis-Herren von dem mit 16,5 Millionen Euro dotierten Grand-Slam-Turnier. Zumindest Runde zwei hatte der Viertelfinalist von 1997, der am 5. Juli 33 Jahre alt wird, erreichen wollen, um dabei zu sein, "wenn die Queen erstmals seit 33 Jahren wieder das Turnier besucht".

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Und tschüss: Nicolas Kiefer verlor sein erstes Spiel in London gegen David Ferrer aus Spanien.

(Foto: dpa)

Daraus wird auch für Andrea Petkovic nach dem 6:3, 4:6, 4:6 gegen Anna Tschakwetadse nichts. Nach nur 1:52 Stunden musste die Darmstädterin, die in Abwesenheit der verletzten Vorjahres- Viertelfinalistin Sabine Lisicki als Hoffnungsträgerin im deutschen Team galt, ihre Tennistasche wieder packen. Ein Los, das sie mit den Finalistinnen von Roland Garros teilte: Nach Paris-Siegerin Francesca Schiavone aus Italien schied auch die Australierin Samantha Stosur aus.

"Das Quäntchen besser"

"Die Niederlage geht in Ordnung", sagte s'Hertogenbosch-Finalistin Petkovic, die das erhoffte Center-Court-Erlebnis gegen Titelverteidigerin Serena Williams in Runde zwei absagte. "Sie war das Quäntchen besser." Dass es keine leichte Aufgabe werden würde, hatte Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner schon prophezeit. Denn nur scheinbar war die aktuell auf Platz 118 der Weltrangliste notierte frühere Top-Ten-Spielerin ein leichtes Los für die aktuell stärkste deutsche Spielerin, die sich schon auf Platz 33 verbessert hat - Tendenz aufsteigend.

Von den sechs gestarteten deutschen Tennis-Damen sind nur noch Kristina Barrois und Angelique Kerber in der zweiten Runde mit von der Partie. Der Stuttgarter Michael Berrer gab beim Stand von 6:3, 7:5 für den Ukrainer Illya Marchenko wegen erneuter Probleme im Sprunggelenk auf. Die Verletzung hatte ihn schon zur Absage in Halle gezwungen und führt nun dazu, dass der 100-Kilo-Mann seinen 30. Geburtstag am 1. Juli daheim feiern kann. Simon Greul unterlag derweil dem Franzosen Florent Serra mit 6:7 (2:7), 3:6, 2:6.

Quelle: n-tv.de, dpa

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