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Knockout-Ansage und große Klappe Klitschko-Bezwinger Joshua lässt es knallen

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Joshua prophezeit vor dem WM-Vereinigungskampf das "Jahr des Schwergewichts".

(Foto: Action Images via Reuters)

25 Millionen Euro Prämie und die Mega-Kulisse von 78.000 Zuschauern: Der WM-Kampf zwischen Joshua und Parker verspricht ein Box-Duell der Superlative. Aber nicht nur im Ring geht's zwischen dem Klitschko-Bezwinger und dem "König der Kuchen" mächtig rund.

Elf Monate nach seinem "Kampf für die Ewigkeit" gegen Wladimir Klitschko wartet auf Anthony Joshua der nächste Mega-Fight - und der britische Box-Riese fühlt sich fast unverwundbar. "Klitschko hat mich gelehrt, dass es mehr als einen Menschen braucht, um mich auf meinem Weg aufzuhalten", sagte der Schwergewichtler. Das muss der Doppel-Weltmeister im WM-Vereinigungskampf am Samstag (23.15 Uhr/DAZN) in Cardiff gegen den WBO-Champion Joseph Parker beweisen.

Im Nationalstadion von Wales findet vor 78.000 Zuschauern ein Duell der Superlative statt: Zwei ungeschlagene Weltmeister kämpfen um drei WM-Gürtel und werden dafür mit rund 25 Millionen Euro Gage entlohnt. Während die letzte Pressekonferenz vor dem Showdown relativ zahm vonstattenging, waren sich beide Kontrahenten in den Monaten zuvor verbal angegangen. Joshua wies zum Beispiel Gerüchte über ein mögliches Glaskinn in bester Donald-Trump-Manier als "Fake News" zurück.

Parker ist klarer Außenseiter

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WBO-Champion Parker tritt als Außenseiter in den Ring.

(Foto: Action Images via Reuters)

Gestreut hatte dieses Gerücht das Lager des Gegners, auch als Reaktion auf Joshuas spöttischen Spitznamen für Parker: "König der Kuchen". Ja, er habe eine Vorliebe für Kuchen, gestand Parker in der "Sport-Bild", aber die Boxwelt müsse sich keine Sorgen um seinen Fitnesszustand machen: "Ich werde die Welt schocken!" Den Fehler, den der inzwischen zurückgetretene Klitschko im April vor einem Jahr im Londoner Wembley-Stadion gegen den angeknockten Joshua beging, will Parker nicht wiederholen: "Ich würde nicht lockerlassen und so lange zuschlagen, bis ich Joshua k.o. am Boden habe."

Promoter-Legende Don King glaubt aber an einen klaren Sieg von Joshua. "Er ist der Boxer der Stunde und hat Dinge gemacht, die ich von Parker nie gesehen habe", sagte der 86-Jährige im Sport1-Interview. Bei den Wettanbietern ist WBO-Weltmeister Parker klarer Außenseiter (1:7,5), auch wenn er in 24 Kämpfen keine einzige Niederlage und auch keinen einzigen Niederschlag erlebte. Am Samstag könnte es diesbezüglich zu Premieren kommen, denn der schlagstarke Joshua, IBF-Weltmeister und Superchampion der WBA, hat alle seine 20 Profikämpfe durch Knockout gewonnen.

Der Triumph über Klitschko hat Joshua zudem noch ehrgeiziger gemacht. "Ich bin sehr hungrig - trotz aller Gürtel, die ich habe", sagt der gelernte Maurer. "AJ", der als Teenager von der Polizei wegen Körperverletzung eine Fußfessel angelegt bekam, lebt und arbeitet hochprofessionell, ja fast schon asketisch für seinen Erfolg. Anders als Tyson Fury, der nach seinem Sieg über Klitschko eine große Klappe riskierte und danach tief fiel, will Joshua nur seine Fäuste sprechen lassen.

"Dieses Jahr knallt es richtig"

Natürlich lässt er sich dafür inzwischen fürstlich entlohnen, seine Kampfbörse gegen Parker soll 17 Millionen Euro betragen. Sein neuseeländischer Konkurrent dürfte auf acht Millionen Euro kommen. Und dem Gewinner winkt der nächste große Zahltag: Der Amerikaner Deontay Wilder, der Anfang März in einem epischen Kampf gegen den Kubaner Luis Ortiz die WBC-Krone erfolgreich verteidigte, scharrt schon mit den Hufen. Im Spätsommer könnte der nächste Mega-Kampf steigen. "2018 ist das Jahr des Schwergewichts", prophezeite Joshua, "dieses Jahr knallt es richtig."

Schon dem Kampf zwischen Joshua und Parker fiebern Boxfans auf der ganzen Welt entgegen - darunter auch Parkers deutscher Großvater Klaus. Der 82-Jährige lebt im Südpazifik, "er wird in Samoa zugucken", verriet Parker: "Ich werde ihn nach dem Kampf besuchen und mit ihm feiern."

Quelle: ntv.de, Jörg Soldwisch, sid