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Daniel Günther im Interview "Lieber beim Handball Finger verstauchen als nur Klavier"

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Handballer beim Open Air: Daniel Günther, rechts, und Dierk Schmäschke, Manager des Handball-Bundesligisten Flensburg Handewitt beim Festival in Wacken.

(Foto: picture alliance/dpa)

Er ist der einer der größeren Handball-Experten in der deutschen Politik: Daniel Günther, CDU-Ministerpräsident von Schleswig Holstein. Er ist bekennender Fan vom THW Kiel, pflegt aber auch beste Kontakte zur SG Flensburg-Handewitt. Mit n-tv.de sprach der 45 Jahre alte Linkshänder über seine Handball-Karriere, verstauchte Finger und die "Bad Boys" bei der Handball-WM 2019 in Deutschland und Dänemark.

n-tv.de: Herr Günther, als Ministerpräsident von Schleswig Holstein kennen Sie den teilweise rauen Umgang in der Politik. Was haben Sie aus ihrer Zeit als aktiver Handballer für diese Aufgabe mitgenommen?

Daniel Günther: Handball hat extrem viel mit Durchsetzungsfähigkeit zu tun. Man muss im Handball in der Abwehr Lücken suchen und schnell da reinstoßen. Dann hat der Gegner keine Chance mehr einen aufzuhalten. Das ist in der Politik durchaus ähnlich. Da müssen sie bei Chancen, die sich auftun, zupacken und es dann auch durchziehen. Insofern gibt es Parallelen. Mich hat der Gedanke, dass man nur im Team und gemeinsam stark sein kann, mit geprägt für mein politisches Leben.

Wie sind Sie zum Handball gekommen?

Als Jugendlicher habe ich zwölf Jahre Handball beim Eckernförder Männer-Turnverein gespielt. Als Linkshänder war ich zuerst auf Halbrechts unterwegs. Aber da ich nur 1,84 Meter groß wurde, hat mich der Trainer vom Rückraum auf rechts außen geschickt. Meine Spezialität waren sogenannte Dreher. Da gibt man dem Handball beim Wurf einen besonders starken Spin, so dass er sich beim Aufsetzen um den Torwart rumdreht. In der A-Jugend habe ich in der zweithöchsten Spielklasse in Schleswig Holstein gespielt. Ich bin bis heute ein wirklich leidenschaftlicher Handball-Fan.

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"Das ist einfach ein cooler Sport."

(Foto: picture alliance/dpa)

Was gefällt ihnen an der Sportart besonders?

Handball ist ein harter aber fairer Sport. Das gefällt mir. Was mich immer noch begeistert sind der Teamgeist und auch Freundschaften, die daraus entstanden sind. Sport ist für mich auch heute noch ein wichtiger Ausgleich neben der Politik. Handball spiele ich nicht mehr so oft. Da ich beruflich viel sitze, laufe ich zwei bis drei Mal die Woche jeweils etwa zehn Kilometer. Einen Halbmarathon bin ich auch schon gelaufen.

Beim Handball gehen die Spieler ja eher gröber mit einander um. Würden Sie ihren Töchtern empfehlen Handball zu spielen?

Ich würde mich darüber natürlich freuen, wenn meine Töchter sich für Handball begeistern würden. Das ist einfach ein cooler Sport. Ich sag mal so (lacht): Lieber beim Handball mal einen Finger verstauchen als immer nur Klavier spielen.

Die Handball WM 2019 in Deutschland und Dänemark steht vor der Tür. Werden Sie live dabei sein?

Ich habe mir bei Welt- und Europameisterschaften fast alle Handball-Spiele angeschaut. Das mache ich jetzt auch, wenn es die Zeit erlaubt. Aber ich schaue mir Spiele nur live an. Wiederholungen im Fernsehen sind nichts für mich. Ich würde bei der WM sehr gerne ein Spiel auch in der Halle als Zuschauer miterleben. Bei der Handball-Weltmeisterschaft 2007 bin ich von Schleswig Holstein nach Halle (Westfalen) gefahren und habe mir ein Match der deutschen Nationalmannschaft angeschaut. Das war super. Später habe ich mich geärgert, dass ich mir keine Karten für Halbfinale und Finale in Köln gekauft hatte. Dieses Mal will ich auf jeden Fall bei einem Spiel vor Ort sein.

Bei der EM 2017 in Kroatien hatten die "Bad Boys" kein glorreiches Turnier gespielt. Wie sehen Sie die Chancen für die Handball-WM 2019?

Das deutsche Handball-Team ist auf jeden Fall eine großartige Turniermannschaft. Wenn es rund läuft, traue ich den Jungs alles zu. Ich drücke der Mannschaft auf jeden Fall fest die Daumen! Viel Glück!

Mit Daniel Günther sprach Hero Warrings.

Quelle: n-tv.de

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