Titelträger im WM-HalbfinaleLuke Littler "bereut nichts" und gewinnt diesmal ohne Arroganz-Anfall

Weltmeister Luke Littler nimmt Kurs auf seinen zweiten Titel bei der Darts-WM in London. Das Spiel gegen den Polen Krzysztof Ratajski wird zum einseitigen Langweiler.
Das neue Jahr beginnt im Darts wie das alte zu Ende gegangen ist, und zwar mit einem dominanten Luke Littler. Der amtierende Weltmeister hat gegen den polnischen Außenseiter Krzysztof Ratajski überhaupt keine Probleme, gewinnt mit 5:0 und zieht problemlos ins Halbfinale der Darts-Weltmeisterschaft 2026 ein.
Im Prinzip ist der Ausgang des Spiels schon nach Satz eins klar: In dem ausgeglichenen Durchgang kann Ratajski kurz am Satzgewinn schnuppern, aber Littler packt doch noch zu, und zwar mit dem höchstmöglichen Checkout: Das 170er-Finish, genannt "Big Fish", lässt den Alexandra Palace erstmals beben, den englischen Kommentator Stuart Pyke ausrasten und Krzysztof Ratajski ratlos zurück.
Danach ist das Viertelfinal-Duell ein Selbstläufer für den Titelverteidiger. Littler spielt zwar nicht durchgängig auf seinem allerhöchsten Niveau, aber die wenigen Chancen kann Ratajski nicht nutzen. Auch nicht in Satz vier, als der Pole an seinem 49. Geburtstag die Triplefelder deutlich besser trifft, aber beim Wurf auf die Doppel verendet.
Lautstarke Buhrufe nur vor dem Spiel
Littler bekam bei seiner Vorstellung am Neujahrsabend im Alexandra Palace größtenteils nur vor dem Spiel lautstarke Buhrufe ab, als ein aufgezeichnetes Interview auf dem Bildschirm gezeigt wurde. Während des Spiels verebbten diese aber größtenteils schnell, wenn sie überhaupt mal aufkamen.
Nach seinem Achtelfinale gegen Ex-Champion Rob Cross (4:2) hatte sich Littler mit den Fans angelegt. "Ihr bezahlt für Tickets und ihr bezahlt mein Preisgeld. Danke, dass ihr mich ausbuht", hatte Littler mit rotem Kopf in Richtung Publikum gerufen und die Zuschauer auch noch ausgelacht.
Vor dem Duell mit dem Polen verteidigte sich der Weltmeister in einem Interview bei Sky Sports. "Ich habe gesagt, was ich gesagt habe. Ich wollte es letztes Jahr irgendwann sagen, aber die Fans haben für die Tickets bezahlt und sie bezahlen so ziemlich auch unser Preisgeld. Also ja, ich bereue nichts", erklärte Littler. Der Jungstar kann bei seiner dritten WM zum dritten Mal das Endspiel erreichen - und dann zum zweiten Mal den Titel holen.
Erstmal trifft Littler aber am Freitagabend im Halbfinale auf seinen englischen Landsmann Ryan Searle, der sich am Nachmittag gegen den Waliser Jonny Clayton durchgesetzt hat. Halbfinale Nummer zwei bestreitet Gary Anderson gegen Gian van Veen. Der 23 Jahre junge Niederländer besiegte am späten Neujahrsabend 2024er-Weltmeister Luke Humphries mit 5:1 - und beeindruckte einmal mehr mit einer starken Doppelquote. Humphries hatte dem in den entscheidenden Momenten nichts entgegenzusetzen. Das große Endspiel um eine Million Pfund Preisgeld (1,15 Millionen Euro) steigt am Samstagabend im "Ally Pally".