Sport

Wegen Selfie mit der Leiche Maradonas Bestatter ist seinen Job los

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Der Sarg von Diego Maradona wird in einen Leichenwagen gebracht.

(Foto: dpa)

Ein geschmackloser Schnappschuss vor dem geöffneten Sarg von Fußball-Legende Maradona hat für einen Bestatter aus Buenos Aires ernste Konsequenzen: Nicht nur, dass ein Shitstorm in den sozialen Medien über ihn hereinbricht, er muss sich auch einen neuen Job suchen.

Diego Molina konnte der Versuchung wohl nicht widerstehen: Der Bestatter aus Buenos Aires nutzte den Moment vor der Aufbahrung des Leichnams von Fußball-Legende Diego Maradona, um vor dem geöffneten Sarg zu posieren - mit erhobenen Daumen. Das Foto veröffentlichte der Argentinier später in den sozialen Medien. Und dort schlug es hohe Wellen. Die Empörung über diese Geschmacklosigkeit ist sogar so groß, dass ihm sein Arbeitgeber laut der Zeitung "Minuto Rioja" inzwischen gekündigt hat.

Dabei war Molina keineswegs der einzige Mitarbeiter, der sich mit der Leiche ablichten ließ. Auch seine Kollegen Claudio Fernández und Ismael Fernández machten Fotos mit dem verstorbenen Fußballer. Dem "Ciudad Magazin" sagte der Firmenchef Matías Picón, die drei würden nur gelegentlich Aufträge für ihn annehmen. Besonders ärgerlich sei der Vorfall für ihn auch deshalb, weil er der Ex-Frau von Maradona, Claudia Villafane, versprochen habe, dass niemand den Leichnam fotografiert oder berührt.

Die drei "Arschlöcher", wie Picón sie nennt, hätten einen unbeobachteten Moment genutzt, um die Bilder zu schießen. Er habe sich für den Vorfall persönlich bei Villafane entschuldigt, erklärte der Unternehmer. "Sie war sehr wütend und sagte mir, dass sich ihre schlimmsten Befürchtungen bewahrheitet hätten." Auch der Anwalt von Maradona fand auf Twitter deutliche Worte: Er bezeichnete Molina als "Mistkerl" und kündigte an, nicht ruhen zu wollen, bevor "er für diese Entgleisung bezahlt hat".

Tumulte und Chaos bei Totenwache

Schon bei der Totenwache des argentinischen Nationalhelden war es am Donnerstag zu regelrechten Tumulten gekommen. Der Andrang von Zehntausenden Fans war so groß gewesen, dass es vor dem Präsidentenpalast, in dem der Tote aufgebahrt worden war, zu Gedränge kam. Absperrungen wurden niedergerissen, die Polizei drängte die Menge mit Tränengas und Gummigeschossen zurück.

Maradona war am Mittwoch im Alter von 60 Jahren einem Herzstillstand erlegen. Anfang November war ihm ein Blutgerinnsel aus dem Gehirn entfernt worden. Er erholte sich in seinem Haus am Stadtrand von Buenos Aires von dem Eingriff, als sein Herz versagte.

Quelle: ntv.de, juf/AFP

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