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"Das gab's noch nie""Mega schön": Skicrosser feiern Überraschungscoup

30.01.2026, 17:25 Uhr
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Tim Hronek crosste sich auf den dritten Platz. (Foto: picture alliance/dpa/KEYSTONE)

Erstmals besetzen die deutschen Skicrosser alle drei Plätze des Podiums - und das ausgerechnet bei der Olympia-Generalprobe. Der Coup soll nur der Auftakt zu etwas viel Größerem sein.

Das "Blüh im Glanze" hallte etwas schief durchs Fassatal, Florian Wilmsmann und Kollegen lachten die deutsche Nationalhymne mehr heraus, als dass sie sie sangen. Die überbordende Freude der deutschen Skicrosser hatte einen historischen Anlass: Wilmsmann, Cornel Renn und Tim Hronek hatten bei der Olympia-Generalprobe der Skicrosser in Val di Fassa einen Dreifacherfolg herausgefahren.

"Es ist verrückt! Erster, Zweiter und Dritter, das gab's noch nie", frohlockte Sieger Wilmsmann und verriet sogleich das Erfolgsgeheimnis: "Wir hatten richtig gute Ski." Dann trat er zu seinen Kollegen aufs "Stockerl", wo ihn Renn und Hronek nach der lässig-lustigen Gesangseinlage auf die Schultern hoben. "Mega schön", sagte Hronek über den Coup im ersten von zwei Rennen in den Dolomiten und ergänzte: "Ich würde sagen: es läuft. Und jetzt lassen wir's einfach weiter laufen."

Am liebsten bis Olympia. Nach dem zweiten Rennen im Fassatal am Samstag geht es ins rund drei Autostunden entfernte Livigno. Dort kämpfen die Männer am 21. Februar um Medaillen, die Frauen um die Olympiadritte Daniela Maier, die in Val di Fassa Fünfte wurde, sind tags zuvor dran. Auch dann ist wieder mehr als nur fahrerisches Können gefragt. "Man hat gesehen", sagte Wilmsmann nach seinem sechsten Weltcup-Sieg, "dass man das gewisse Glück da runter braucht mit dem Windschatten". Typisch Skicross!

"Das war jetzt mal wichtig"

Eher untypisch war das Finale. Erst zum zweiten Mal fuhren drei deutsche Skicrosser in den Endlauf der schnellsten vier Athleten. Erstmals war dies demselben Trio im März 2021 im Schweizer Veysonnaz gelungen: Damals gewann auch schon Wilmsmann, Hronek wurde Dritter, Renn "nur" Vierter.

Während Wilmsmann, der WM-Zweite von 2023, und Hronek in diesem Winter schon je einmal Zweiter waren, feierte Renn seine erste Podestfahrt überhaupt. "Das war jetzt mal wichtig nach Jahren des Darbens", sagte er gelöst: "Ich habe viel reflektieren müssen, weil es ein ständiges Auf und Ab bei mir war. Ich hatte spitzige Spitzen, aber auch tiefe Tiefs."

Der Italiener Simone Deromedis, immerhin Weltmeister 2023, hatte das Nachsehen gegen das DSV-Trio. Maier konnte das überraschend frühe Aus von Seriensiegerin Sandra Näslund (Schweden/25.) nicht nutzen und scheiterte im Halbfinale im Fotofinish. Veronika Redder wurde Siebte, die Italienerin Jole Galli feierte ihren dritten Sieg. Am lautesten sangen aber die Deutschen.

Quelle: ntv.de, ses/sid

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