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Deutsches Traumfinale Nebensache Meuterei im Tischtennis erschüttert China

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Chinas Topstars um Ma Long traten zum Achtelfinale der China Open nicht an - aus Solidarität mit ihrem weggelobten Cheftrainer.

(Foto: imago/AFLOSPORT)

Mitten im Turnier steigen die chinesischen Tischtennis-Topstars aus Protest aus den China Open aus. Der Eklat schlägt hohe Wellen - dass die deutschen Stars Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov ein hochklassiges Endspiel bieten, verkommt zur Randnotiz.

Der Boykott des heimischen Top-Trios um Superstar Ma Long hat bei der China Open für einen Eklat gesorgt und den Weg für das deutsche Traumfinale freigemacht. Den Wirbel um die Rolle des chinesischen Cheftrainers Liu Guoliang nutzten der Weltranglisten-Fünfte Dimitrij Ovtcharov und Rekord-Europameister Timo Boll zum Einzug ins Endspiel. Dort setzte sich Ovtcharov in einem Krimi nach der Abwehr von vier Matchbällen mit 4:3 gegen Boll durch.

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Dimitrij Ovtcharov und Rekord-Europameister Timo Boll boten ein spannendes Endspiel bei den China Open. Es blieb aber ein Finale mit Beigeschmack.

(Foto: imago/VCG)

Ovtcharov hätte wohl bei normalem Turnierverlauf im Viertelfinale gegen Olympiasieger und Weltmeister Ma ebenso die Segel streichen müssen wie Boll in der gleichen Runde gegen Vizeweltmeister Fan Zhendong. Aber normal waren diese China Open nicht.

Ma, Fan und Xu Xin traten aus Solidarität zu ihrem kurz zuvor zum Verbands-Vize "beförderten" Nationaltrainer Liu überraschend nicht zu ihren Achtelfinalpartien an. Damit stand schon früh fest, dass erstmals seit Bolls Triumph 2006 kein Chinese das Heim-Turnier gewinnen würde.

"Berufsethos und Nationalstolz ignoriert"

Das chinesische Sportministerium ordnete den nationalen Verband CTTA an, den Vorfall umgehend zu untersuchen und streng damit umzugehen. "Sie haben ihr Berufsethos und den Nationalstolz ignoriert und sich respektlos gegenüber dem Publikum und den Gegnern verhalten", hieß es in einer Mitteilung. Dies sei inakzeptabel.

Das chinesische Team veröffentlichte schließlich eine Entschuldigung. Sie hätten ihre Spiele "aus einem Impuls heraus aufgegeben, ohne sich der Details der Umstrukturierung und der Auswirkungen im Klaren zu sein".

"Weil wir dich vermissen, Liu Guoliang!"

Kurz bevor das Trio nicht zu seinen Partien erschienen war, veröffentlichten sie auf der im Reich der Mitte beliebten Social-Media-Plattform Weibo identische Posts: "In diesem Moment haben wir keine Lust zu kämpfen... alles nur weil wir dich vermissen, Liu Guoliang!" Wenig später wurden diese wieder gelöscht. Liu, der seit 2013 das chinesische Team trainierte, soll Vize-Präsident im Verband werden.

Angesichts der Reaktion seiner Spieler wirkt der Positionswechsel jedoch wie eine Bestrafung. Auch vonseiten der ITTF droht Ungemach. Der Weltverband behält sich Sanktionen gegenüber China vor. Zwar hätten sie die öffentliche Entschuldigung des chinesischen Teams erhalten, aber sie nehmen die Angelegenheit "sehr ernst", weil "das Bild und die Integrität des Sports global beschädigt wurden".

"Die ITTF wird den Fall weiter untersuchen, bevor irgendeine Entscheidung getroffen wird, aber im Moment ist jede mögliche Strafe auf dem Tisch", hieß es in dem Statement.

Quelle: n-tv.de, Elisabeth Huther, sid

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