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Leichtathletik-DM ohne Ausreißer Mihambo springt noch nicht in Olympia-Form

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So richtig zufrieden wirkte Mihambo mit ihrer Leistung noch nicht.

(Foto: REUTERS)

Die deutschen Meisterschaften der Leichtathletik sind vor allem von Absagen geprägt. Und die, die antreten, präsentieren sich wenige Wochen vor den Olympischen Spielen noch nicht in Topform. Während Weitspringerin Mihambo dennoch positiv gestimmt ist, droht einem Olympiasieger das Aus.

Weitsprung-Queen Malaika Mihambo springt weiter ihrer Form hinterher, Diskus-Riese Christoph Harting schwächelt und neue Zweifel um Speerwurf-Ass Thomas Röhler: Die deutschen Leichtathletik-Stars konnten bei den nationalen Titelkämpfen kaum Fahrt für die Olympischen Spiele in Tokio aufnehmen. Viele prominente Namen waren in Braunschweig gar nicht erst am Start, Olympia-Vorfreude kam so nicht auf. Mihambo sollte zum Abschluss der Wettkämpfe wenigstens für ein bisschen Glamour sorgen - mit ihren 6,62 Meter gelang das der Weltmeisterin aber nicht. "Leider war es heute nicht so weit", sagte Mihambo. Bis zu den Spielen sei aber "definitiv" noch genug Zeit, um in die richtige Verfassung zu kommen.

Mihambo holte zwar ihren fünften nationalen Titel, kam aber bei schwierigen Bedingungen erneut nicht mit ihrem Anlauf zurecht, nahm vor dem Absprung immer wieder Tempo raus. Dadurch verschenkte die 27-Jährige viele Zentimeter am Balken - und schüttelte ein ums andere Mal ihren Kopf. Der Weg zum ersehnten Olympia-Gold wird für Mihambo damit alles andere als leicht. Zuletzt verbesserte sich die WM-Dritte Ese Brume (Nigeria) auf 7,17 Meter, insgesamt haben bereits fünf Athletinnen vor Tokio die 7-Meter-Marke geknackt.

Speerwerfer Röhler muss nach seiner Aufgabe am Samstag gar um seine Reise nach Japan bangen. Der Thüringer hat seit 2019 keine Weite mehr vorzuweisen, nachdem er 2020 pausierte und nun sein Comeback abrupt beendet wurde. Trotzdem bleibt der Goldmedaillengewinner von Rio 2016 zuversichtlich. "Es ist eine Vorsichtsmaßnahme, wir haben entschieden, wir gehen kein Risiko ein. Das wirft mich kein Stück zurück", betonte er. Er habe eine Verhärtung in der Brust gespürt.

Da trotz der Corona-Pandemie pro Tag rund 2000 Zuschauer im Eintracht-Stadion zugelassen waren, herrschte wenigstens ab und an ein bisschen Stimmung - das lenkte auch von vielen eher tristen Leistungen ab, nachdem Stars wie Johannes Vetter, Konstanze Klosterhalfen, Gina Lückenkemper oder David Storl abgesagt hatten.

Harting verteidigt Titel wohl eher nicht

Fünf Jahre nach seinem spektakulären Rio-Triumph muss Christoph Harting mehr denn je um sein Ticket für Tokio zittern. Der 31-Jährige kam nicht über ganz schwache 57,29 Meter und Platz acht hinaus, fünf seiner sechs Versuche waren ungültig. Einen Wurf deutlich über 60 Meter machte er aus unerklärlichen Gründen selbst ungültig. Seit seinem Gold-Coup 2016 erleidet Harting Rückschlag um Rückschlag. Nach Wettkampfende blieb er wie seit langen fast stumm: "Kein Kommentar."

Wegen der Pandemie hat der jüngere Bruder von Robert Harting mit seinen 66,01 Meter aus dem Jahr 2019 zwar bereits die Norm (66 Meter) für Tokio erfüllt, der Qualifikationszeitraum läuft noch bis Ende des Monats. Doch die Konkurrenz im eigenen Lager ist groß, im internen Ranking liegt Harting nur auf Platz vier.

Insgesamt notierten die DLV-Funktionäre nur vier neu erfüllte Olympia-Normen. "Für mich ist immer noch early season (frühe Saison). In der Regel ist man noch nicht ganz in Form. Ich glaube, dass man hier nicht schließen kann auf eine Saison bis zu den Olympischen Spielen und dass die angeschlagenen Athleten zurückkommen", sagte Leistungssportchef Idriss Gonschinska und verwies auf eine schwierige Olympia-Vorbereitung in der Pandemie.

Prothesen-Springer Markus Rehm kämpft in einer komplizierten Rechtslage noch darum, dass ihn der DLV für die Olympischen Spiele nominiert. Der dreimalige Paralympics-Sieger aus Leverkusen trat im Weitsprung außerhalb der Wertung an und ließ mit 8,29 Meter Titelgewinner Fabian Heinle (Stuttgart/7,81) deutlich hinter sich.

Quelle: ntv.de, tsi/sid/dpa

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