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Letztes Finale für Kult-Delling Mister Sportschau wechselt sich selbst aus

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Gerhard Delling moderiert ein letztes Mal das Pokal-Finale.

(Foto: imago/opokupix)

Die Zeit als charmantes Duo mit Günter Netzer liegt bereits ein paar Jahre zurück. Jetzt steht Sport-Journalist Gerhard Delling ein letztes Mal für die ARD vor der Kamera. In Rente geht er deshalb aber nicht. Das bekannteste Gesicht der "Sportschau" steckt voller Ideen.

Sein finaler Auftritt erfolgt beim Endspiel. Nach dem Abschied von der "Sportschau" vor zwei Wochen hat Gerhard Delling am Samstag beim DFB-Pokalfinale seinen letzten Einsatz als Sportmoderator der ARD - rund neun Jahre nach dem Karriere-Ende seines einstigen Partners Günter Netzer. Delling ist einer der prominentesten und profiliertesten Sport-Journalisten des Landes. Einen wesentlichen Teil seiner Bekanntheit verdankt er aber vor allem der Zusammenarbeit mit Netzer, mit dem er rund zwölf Jahre bei den Fußball-Übertragungen der ARD ein Moderatoren-Duo der besonderen Art bildete. Ihre Neckereien und Sticheleien machten sie beliebt und berühmt. Genau wie das bemühte Siezen - eine Marotte.

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Bekannt wurde Gerhard Delling (l.) als Sportkommentator zusammen mit Ex-Kollege Günter Netzer.

(Foto: picture alliance/dpa)

"Mit Gerhard Delling geht ein Großer der ARD-Sportberichterstattung von der Bühne des Ersten", lobte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky zum Abschied. "Über 30 Jahre lang war er ein prägendes Gesicht unserer Sport-Berichterstattung als Moderator der Sportschau, bei Olympischen Spielen oder Leichtathletik-Übertragungen, als Teil des preisgekrönten Duos Günter Netzer/Gerhard Delling, das bei unseren Fußball-Übertragungen zwischen 1998 und 2010 neue Maßstäbe gesetzt hat."

"Es wird nichts beendet"

Manchmal vergaloppierte sich Delling, zum Beispiel als er einer Springreiterin sagte, dass er bei ihr "Pferd sein möchte". Für den letzten Auftritt bei der "Sportschau" hatten die Kollegen ein lustiges Video mit solchen und anderen amüsanten Szenen produziert. Und auch für den endgültigen Abschied von der großen TV-Bühne ist etwas vorbereitet. Auch Netzer spielt dabei eine Rolle. Der 60-jährige Delling verlässt die ARD, geht aber nicht in Rente. "Es wird nichts beendet, es wird eher etwas fortgesetzt", sagte er in einem Interview der Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland". Und: "Ich habe noch so viel Neugier in mir, da wird sich ganz viel Neues entwickeln."

Ein Buch will er schreiben, eine App entwickeln. Balkausky bewundert diesen "Mut, immer wieder nach neuen Wegen zu suchen und neue Ideen auszuprobieren. Das hat er bei uns mit großem Erfolg getan und wird sich dies sicherlich auch für die Zukunft vorbehalten." Und vielleicht taucht Delling irgendwann noch einmal vor der Kamera eines anderen Senders auf. Denn er hört auch auf, weil in der ARD einige Dinge, die er gerne machen würde, "nicht mehr möglich sind", wie er der "Sport Bild" verriet: "Ich finde, es müsste jetzt wieder mal ein Stück weitergehen."

Quelle: n-tv.de, Michael Rossmann, dpa

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