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Mit nur 31 JahrenHandball-Meistertrainer Siewert macht zweiten Schlaganfall öffentlich

17.03.2026, 14:00 Uhr
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Jaron Siewert will Cheftrainer bleiben. (Foto: picture alliance / DeFodi Images)

Schon 2022 erleidet Handball-Trainer Jaron Siewert einen Schlaganfall, im Herbst 2025 folgt der nächste. Der heute 32-Jährige will nach seinem Rauswurf bei den Füchsen Berlin aber wieder an die Seitenlinie zurückkehren. Seinen alten Arbeitgeber kritisiert er.

Im Juni 2025 krönte Jaron Siewert mit Handball-Bundesligist Füchse Berlin seine Trainerkarriere mit dem Meistertitel, wenige Monate später folgten Freistellung, Funkstille - und ein weiterer Schicksalsschlag: Im Interview mit dem Streamingdienst Dyn bestätigte der heute 32-Jährige, dass er Ende Oktober einen weiteren Schlaganfall hatte. "Zwei Monate nach meinem Rausschmiss habe ich einen Schlaganfall erlitten. Da bin ich wirklich am Boden angekommen. Da habe ich alles hinterfragt", sagte Siewert. Damals war 31 Jahre alt. Bereits 2022 war es während einer Trainingseinheit zu einem Schlaganfall gekommen.

"Die Ärzte haben mir zugesichert, dass es nicht mit Stress zusammenhängt, sonst wäre es in der Saison passiert oder spätestens zum Saisonfinale gegen die Rhein-Neckar Löwen", sagte Siewert. Stattdessen machen die Mediziner offenbar ein Blutverdünnungsmittel verantwortlich, das Siewert nach dem ersten Schlaganfall verschrieben worden war.

Der ehemalige Meistertrainer, der die Berliner vergangenen Juni zum ersten HBL-Titel der Vereinsgeschichte geführt hatte, arbeitet dennoch an seinem Comeback. "Ich nähere mich den 100 Prozent an, bin voller Energie und für neue Aufgaben bereit" sagte Siewert. Sein Ziel sei klar: "Ich habe nur den einen Plan, das ist nämlich Plan A - und das ist Cheftrainer sein zu wollen und hoffentlich bald auch irgendwo wieder an der Seitenlinie zu stehen."

Siewert war gemeinsam mit Berlins damaligem Sportvorstand Stefan Kretzschmar im September 2025 beim Hauptstadt-Klub freigestellt worden. Beide hatten noch einen bis zum Saisonende geltenden Vertrag. Als Nachfolger verpflichteten die Berliner den Dänen Nicolej Krickau, der in einer Doppelfunktion arbeitet. "Obwohl mir ein Vertrag von Bob Hanning vorgelegt wurde und wir, nach Rücksprache mit meinen Beratern, dem auch zugestimmt haben, hat Bob dann eine Rolle rückwärts gemacht", berichtete Siewert.

"Es war darüber hinaus dann nicht nur ein einfaches Vom-Vertrag-Zurücktreten, sondern ich wurde plötzlich komplett freigestellt. Es hat eine ganze Weile gedauert, um ehrlich zu sein. In den ersten drei, vier Wochen habe ich mir einige Fragen gestellt. Aber ich konnte jetzt ganz gut mit dem ganzen Thema abschließen", sagte er weiter.

Gespräche mit mehreren Vereinen habe es bereits gegeben, diese seien jedoch durch den gesundheitlichen Rückschlag zunächst gestoppt worden.

Quelle: ntv.de, ses/sid/dpa

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