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"Wenn ich gewusst hätte ..." Monica Lierhaus bereut ihre Hirn-OP

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Monica Lierhaus hadert mit ihrer einstigen Entscheidung, sich operieren zu lassen. Mit den Folgen der Operation kämpft sie auch zehn Jahre danach noch.

(Foto: imago images/Revierfoto)

Die Hirn-Operation soll ihr Leben retten, doch sie bringt vor allem viel Leiden: 2009 lässt sich die Sportmoderatorin Monica Lierhaus ein Aneurysma entfernen, die Folgen des Eingriffs verändern ihr Leben für immer dramatisch. Heute ist Lierhaus zufrieden, wenn sie nach einem Sturz alleine wieder aufstehen kann.

Die frühere "Sportschau"-Moderatorin Monica Lierhaus bereut die Hirnoperation vor elf Jahren, durch deren Folgen sie bis heute körperlich eingeschränkt ist. "Wenn ich gewusst hätte, was auf mich zukommt, hätte ich das Aneurysma wohl nicht entfernen lassen", sagte die kurz vor dem 50. Geburtstag stehende Lierhaus der Illustrierten "Bunte". "Aber die Ärzte rieten mir dazu - sie hatten mir gesagt, dass ich sonst eines Tages tot umfallen könnte."

Eigentlich hatte sich Lierhaus 2009 bei einem befreundeten Arzt nur die Augen lasern lassen wollen, doch der empfahl, vorher überprüfen zu lassen, ob im Kopf alles in Ordnung sei. Bei der folgenden Untersuchung wurde ein Aneurysma festgestellt, das entfernt werden sollte. Doch die Operation ging furchtbar schief, das Aneurysma platzte und die Moderatorin wurde ins Koma versetzt.

"Ich werde es nie vergessen. Ich bin dann zu ihr. Monica sah aus, ich verstehe das nicht, wie ein 14-jähriges Mädchen. Wie ein Engel. Ich habe noch nie einen Arzt weinen sehen. Aber am Tag der OP", berichtete Lierhaus' Mutter 2015 dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Sie mussten uns mitteilen, dass sie die Nacht womöglich nicht überlebt. Einem Professor liefen die Tränen nur so runter." Als sie vier Monate später erwachte, war sie ein Pflegefall. Vom Gehen über das Sprechen bis hin zum Essen muss sie alles neu erlernen.

Freihändig eine Treppe runtergehen? "Unrealistisch"

Inzwischen gehe es ihr "gut - den Umständen entsprechend", sagte Lierhaus nun. Sie sei schon längere Zeit nicht mehr gestürzt - "das letzte Mal vor einem halben Jahr". Der Gleichgewichtssinn sei "stabil - und wenn ich falle, dann kann ich wieder von selbst aufstehen, das war nicht immer so". Auch ihre chronischen Rückenschmerzen seien etwas besser geworden, weil sie jeden Tag mit Morgengymnastik beginne.

Ihr Körper stehe nach wie vor ständig unter Strom, sie könne nicht länger als zwei Stunden sitzen, die linke Hand sei immer noch taub. Dies werde sich nicht mehr ändern. "Ich träume auch nicht mehr davon, freihändig eine Treppe runterzugehen - das ist unrealistisch", sagte Lierhaus der "Bunten".

Ab 2004 war Lierhaus die erste Frau, die in der ARD die "Sportschau" moderierte. Vorher war sie schon für Sat.1 und den Pay-TV-Sender Premiere rund um die Fußball-Bundesliga tätig. 2011 trat sie nach zwei Jahren Kampf gegen ihre schwere Erkrankung überraschend wieder vor TV-Kameras - und machte ihrem Lebensgefährten bei der Verleihung der "Goldenen Kamera" einen Heiratsantrag. Der Abend, so erzählte sie später dem RND, "war ein Befreiungsschlag für mich. Ab da war klar: So bin ich jetzt. So müsst ihr mich nehmen – oder eben nicht. Von da an konnte ich frei draußen herumlaufen. Vorher wurde ich angestarrt wie ein Monster. Leute haben die Straßenseite gewechselt. Jetzt ist es besser." Die Heirat fand allerdings nie statt, das Paar trennte sich nach 18 Jahren im Mai 2015.

Quelle: ntv.de, ter/AFP

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