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Dirk Nowitzki blass in Berlin NBA-Stars besiegen Alba

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Die Nr. 41 der Texaner hatte schon stärkere Tage.

(Foto: dapd)

Die große Dirk-Nowitzki-Gala bleibt aus: Der deutsche Basketball-Superstars legt bei seinem Spiel in Berlin einen wenig überragenden Auftritt hin. Nur knapp können sich die Dallas Mavericks gegen das Team von Alba Berlin durchsetzen - und damit einer Blamage in der deutschen Hauptstadt entgehen.

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Duell der Giganten: Dirk Nowitzki sucht einen Weg, an Deon Thompson (r.) vorbeizukommen.

(Foto: AP)

Für die Berliner Fans des Würzburger Riesen war es mehr als nur ein Pflichttermin: Der deutsche Basketball-Weltstar hat mit den Dallas Mavericks das Testspiel bei Alba Berlin gewonnen. Das Team aus der US-Liga NBA siegte am Abend in der mit 14.504 Zuschauern ausverkauften Berliner "O2 World" gegen den Basketball-Bundesligisten mit 89:84 (45:39).

Im ersten Duell eines NBA-Teams mit einer deutschen Mannschaft kam der vielumjubelte Nowitzki in 34 Minuten auf lediglich acht Punkte, wurde von seinen Fans aber dennoch lautstark gefeiert. Beste Werfer bei den Mavericks waren Chris Kaman, Dunk-Altmeister Vince Carter und Darren Collison mit je 14 Punkten. Bei den starken Berlinern glänzte Deon Thompson mit 20 Zählern. Mit seinen überragenden Leistungen hielt er Alba bis zum Schluss im Spiel.

Schon beim Warmmachen feierten die Zuschauer die Dunk-Show der Texaner und beklatschten Nowitzki frenetisch. "Ich möchte mich für euer Kommen bedanken", sagte der gebürtige Würzburger über das Hallenmikrofon, "die letzten drei Tage waren unvergesslich."

Alba hält sich wacker

Nach dem ersten Sprungwurf waren jedoch alle Ehrungen und Huldigungen seit seiner Ankunft in der Hauptstadt am Donnerstagmorgen abgehakt. Häufig nahmen die Alba-Verteidiger den 34-Jährigen in Doppeldeckung und erlaubten Nowitzki so im ersten Viertel nur einen Wurfversuch, den er gewohnt sicher im Zurückfallen zum 4:3 abschloss.

Ansonsten war Dallas aber deutlich anzumerken, dass der Meister von 2011 erst vor einer Woche in seine Saisonvorbereitung gestartet war. Flüchtigkeitsfehler beim Einwurf, Pässe ins Niemandsland - nicht nur der Startformation mit den drei Neuverpflichtungen Kaman, OJ Mayo und Aufbauspieler Collison fehlte die Abstimmung. So sorgte Nihad Djedovic sogar für die Berliner 23:21-Führung zum Ende des ersten Viertels.

Im zweiten Abschnitt nahm Nowitzki nach zwei Fehlwürfen neben Kaman auf der Bank Platz und verfolgte mit einem weißen Handtuch über den Schultern das selten hochklassige, aber lange Zeit enge Spiel. Besonders der blendend aufgelegte Neuzugang Thompson glänzte für Alba und sorgte mit zwei Dunks in Serie für die Höhepunkte der ersten Hälfte. Sein Gegenspieler Nowitzki nahm es auf der anderen Seite mit einem Lächeln, dass er die Chance auf einen einfachen Korbleger völlig freistehend vergab.

Erst Berlin, dann Barcelona

Nach der Pause spielte der große Favorit zunächst seine Klasse aus, konnte sich jedoch auch trotz zwei erfolgreicher Sprungwürfe von Nowitzki nicht entscheidend absetzen und ging nur mit vier Punkten Vorsprung in den Schlussabschnitt.

Kurz vor Schluss musste das Team aus Dallas dann auch noch einen Schreckmoment verkraften, als der Franzose Rodrigue Beaubois mit dem linken Fuß umknickte und gestützt vom Feld humpelte.

Bis zum nächsten Spiel bleibt nur wenig Zeit: Die zweite Partie ihrer Europareise bestreiten die Mavericks am kommenden Dienstag beim FC Barcelona.

Erst in den Schlussminuten konnten sich die US-Basketballer durchsetzen: Obwohl sich vor allem der eingebürgerte deutsche Olympia-Teilnehmer Kaman steigerte, verpasste Dallas die standesgemäße frühe Entscheidung. Erst Nowitzki beendete elf Sekunden vor der Schlusssirene mit zwei getroffenen Freiwürfen zum 88:84 alle Berliner Hoffnungen auf die große Sensation - den Sieg deutscher Basketballer über ein NBA-Team.

Quelle: ntv.de, dpa