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Mehr Pausen, keine Extrakosten Neue WM-Regel lässt Handballer aufatmen

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DHB-Torwart Johannes Bitter findet die Änderungen "weise" und "innovativ".

(Foto: imago images/foto2press)

Der Spielplan der Handballer ist durch die Pandemie noch enger getaktet als ohnehin. Der Weltverband IHF reagiert und kommt den Nationalteams bei den Regeln für den WM-Kader entgegen. Und übernimmt sogar die dadurch entstehenden Kosten.

Mehr Spieler, mehr Wechsel - weniger Belastung: Alfred Gislason atmete erleichtert auf, als er von den ersehnten Regeländerungen für die bevorstehende Handball-WM erfuhr. "Ein großes Dankeschön im Namen der Spieler für diese Entscheidung", sagte der Bundestrainer, der angesichts des coronabedingten Mammutprogramms für seine Nationalspieler zuletzt vehement für eine Anpassung des Reglements geworben hatte.

Für die WM im Januar in Ägypten darf Gislason wie seine 31 Trainerkollegen nun 20 statt wie bisher 18 Spieler nominieren. Anders als zuletzt kann er aus diesem 20er-Kader seine 16 Akteure umfassende Aufstellung zudem für jedes Spiel neu bestimmen, ohne dass ein Wechselkontingent belastet wird.

"Das ist ein toller Schritt und richtungsweisend in der aktuellen Situation, die den Spielern alles abverlangen wird", sagte Nationaltorhüter Johannes Bitter. Der Vorsitzende der Spielergewerkschaft Goal nannte die Entscheidungen des Weltverbandes IHF "weise" und "innovativ". So kann die Belastung, die sonst punktuell unfassbar hoch wäre, auf mehrere Schultern verteilt werden."

Angesichts von Vorrundenspielen gegen die WM-Neulinge Uruguay (am 15. Januar) und Kap Verde (am 17. Januar) versprechen die neuen Vorgaben vor allem Schonung für die deutschen Stars - und sind damit auch so ganz nach dem Geschmack von Gislason, der in Ägypten seine Turnierpremiere als DHB-Coach feiert.

"Kompliment" für größeres Aufgebot

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Für Gislason ist die WM das erste Turnier als deutscher Nationaltrainer.

(Foto: imago images/VIADATA)

Die IHF trage mit ihrer Entscheidung "der Tatsache Rechnung, dass die Wettkampfdichte in dieser Saison durch den pandemiebedingten verspäteten Start in die Ligen sowie den Olympischen Spielen im kommenden Sommer noch größer als in der Vergangenheit sein wird", sagte Gislason. Während der WM bekommt der Isländer zusätzlich die Möglichkeit, insgesamt fünf Wechsel vorzunehmen mit Spielern aus dem vorläufigen Kader, der Ende des Jahres nominiert werden muss.

Die beschlossenen Änderungen kommen Gislason mit Blick auf die kommenden Wochen gerade recht: Bundesliga mit 20 Teams, Champions League, Pokal - durch die lange Spielpause aufgrund der Corona-Pandemie wird der ohnehin schon aufgeblähte Wettkampfkalender vor allem für seine Profis von Spitzenklubs noch anstrengender. Hinzu kommen die Spiele und Turniere mit der Nationalmannschaft wie WM, Olympia-Qualifikation und Olympische Spiele.

Und so sprach auch Axel Kromer, Vorstand Sport des Deutschen Handballbundes, den IHF-Verantwortlichen ein "Kompliment" aus: "So kann unser Trainerteam die Belastung während der WM hervorragend steuern, und unser medizinisches Personal hat bessere Möglichkeiten, kleinere Verletzungen nach dem Auftreten vollständig zu heilen, ohne dass sich diese durch die frühe Wiederbelastung zu größeren Problemen entwickeln."

Auch die Größe des erweiterten WM-Kaders, aus dem sich das tatsächliche Aufgebot zusammensetzen wird, ist von 28 auf 35 gewachsen. Auf die Verbände kommen durch die neue WM-Regelung übrigens keine zusätzlichen Kosten für Transport und Unterbringung der zwei zusätzlichen Spieler zu - die übernimmt die IHF, wie IHF-Wettkampfdirektor Patric Strub dem Fachmagazin "Handballwoche" bestätigte.

Quelle: ntv.de, Christoph Stukenbrock, sid