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Darts-Stars haben Corona-Angst Nur Superstar Gerwyn Price spottet noch

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Die Schotten Peter Wright und Gary Anderson werden ihren Titel beim World Cup of Darts nicht verteidigen.

(Foto: imago images / Jan Huebner)

Die Corona-Krise nimmt nun auch mehr und mehr Einfluss auf den Dartsport. Nachdem die Ex-Weltmeister Adrian Lewis und Stephen Bunting positiv getestet wurden, ziehen der amtierende Weltmeister Peter Wright und Ex-Doppel-Champion Gary Anderson Konsequenzen.

Keine Zuschauer, weniger Turniere, drei positiv getestete Profis und jetzt auch erste Absagen aus Angst vor einer Infektion: Das Coronavirus sorgt auch im Darts für Chaos. Die schottischen Weltmeister Peter Wright und Gary Anderson gehen auf Nummer sicher und haben ihre Teilnahme an der Team-WM im November in Österreich abgesagt. Die Absage von Anderson war längst keine Überraschung mehr, nachdem er bereits im September fünf kleinere Players-Championship-Turniere in Deutschland ausgelassen und anschließend auch von den World Series Finals in Salzburg zurückgezogen hatte.

"Es wäre schön, noch einmal hinzufliegen und zu gewinnen, aber ich kann Gary verstehen, dass er nicht ins Flugzeug steigen will. Das ist momentan einfach gefährlich. Wir treffen Vorsichtsmaßnahmen und tragen die Masken, aber es gibt immer noch einige Leute, die sich nicht an diese Regeln halten", äußerte sich Peter Wright im "The Darts Show Podcast" von Sky Sports und nimmt auch Bezug zu den zuletzt positiv getesten Ex-Weltmeistern Adrian Lewis und Stephen Bunting. "Ich weiß nicht, ob sie sich in Deutschland infiziert haben oder im Mini-Bus, der sie vom Flughafen abgeholt hat. Ich will jetzt einfach nichts riskieren."

Findet auch die WM ohne Anderson statt?

Der amtierende Weltmeister sagte auch seine Teilnahme an den European-Tour-Events in Sindelfingen und Riesa an den kommenden beiden Wochenenden ab. An der European Championship, dem Finalturnier der European Tour, vom 29. Oktober bis 1. November in Oberhausen will der 50-Jährige allerdings teilnehmen. "Da fahre ich mit dem Auto hin", erklärt Wright. Falls die Weltmeisterschaft aus London aufs europäische Festland verlegt wird, werde er das gleiche tun.

Landsmann Anderson, der im Dezember ebenfalls 50 Jahre alt wird, geht sogar noch einen Schritt weiter. "Falls die WM nicht in Großbritannien stattfindet, werde ich daran nicht teilnehmen. So einfach ist das. Es scheint, als müssten wir als Athleten reisen. Aber wir sind auch nur Menschen. Es gibt keinen Unterschied. Ich werde nicht reisen", sagte der Schotte dem niederländischen TV-Sender RTL 7. Eine WM ohne den zweifachen Weltmeister Gary Anderson? Eigentlich unvorstellbar. Für die Professional Darts Corporation PDC wäre das auch aus Vermarktungsperspektive ein herber Schlag. Stand jetzt ist offen, wann und wo die nächste WM ausgetragen wird.

Zusammen mit Wright hatte "The Flying Scotsman" den World Cup of Darts, das einzige Doppel-Turnier im PDC-Kalender, im Vorjahr in Hamburg für sich entschieden. Wegen der Corona-Krise war das Turnier aus dem März nun in den November nach Salzburg verlegt worden. "Jetzt haben andere Spieler die Chance, ihre Träume zu leben und für Schottland zu spielen", ergänzt Wright.

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Diese anderen Spieler heißen John Henderson und Robert Thornton. Das sind der dritt- und viertbeste Schotte in der Weltrangliste. Während Thornton in der Vergangenheit bereits an der Seite von Anderson bei der Team-WM antrat, weil Peter Wright nicht zu den zwei besten Schotten in der Weltrangliste zählte, ist es für "Big John" Henderson das Debüt im schottischen Trikot. Beide sind im Ranking aber so weit hinten platziert, dass sie nicht einmal zu den acht gesetzten Nationen gehören werden. Die Mission Titelverteidigung wird für Schottland also denkbar schwierig, da es theoretisch bereits in der ersten Runde gegen die an Position eins gesetzten Engländer (Michael Smith und Rob Cross), die Niederlande (Michael van Gerwen und Danny Noppert) oder Wales (Gerwyn Price und Jonny Clayton) gehen könnte.

Price machte sich über Corona-Regeln lustig

Die Waliser mit dem frischgebackenen World-Grand-Prix-Sieger Gerwyn Price sind nach der Absage der schottischen Spitzenspieler und der Formschwäche der Engländer zum Topfavoriten für die Team-WM aufgestiegen. Anders als Gary Anderson und Peter Wright scheint der "Iceman" sich keine größeren Sorgen um eine Corona-Infektion zu machen.

Im Sommer machte Price jedenfalls nicht nur durch Würfe in die "Triple Twenty" auf sich aufmerksam, sondern zum Teil durch wirre Story-Postings bei Instagram. "Wir tragen alle eine Maske, für deren Nutzen es keinen wissenschaftlichen Beweis gibt. Stattdessen sorgt es für eine laufende Nase, Hustenreiz, Ausschlag im Gesicht und Kopfschmerzen", teilte er seinen Followern mit. Auf dem Weg in den Urlaub teilte er Fotos aus dem Flugzeug und machte sich darüber lustig, dass man außer zum Essen eine Maske tragen muss. Ob die inzwischen drei positiv getesten Spieler - Kyle Anderson war der erste, hinzu kommen aktuell Lewis und Bunting - sowie der ebenfalls infizierte PDC-Boss Barry Hearn über Corona noch lachen können, darf bezweifelt werden.

Quelle: ntv.de