Sport

"Städte kämpfen gegen Exzesse" Olympiagastgeber entsetzt über Sponsor

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IOC-Präsident Thomas Bach präsentierte einen neuen Olympia-Sponsor. Bei den Gastgebern sorgt der für Ärger.

(Foto: imago images / Xinhua)

Wenn 2024 die Olympischen Spiele in Paris stattfinden, erhoffen sich die Gastgeber Hunderttausende Fans aus aller Welt. Ein neuer Olympia-Sponsor, der private Unterkünfte vermittelt, sorgt aber noch nicht für gute Laune, sondern vor allem für Ärger.

Das Onlineportal Airbnb wird ein führender Partner der Olympischen und Paralympischen Spiele. Wie das Vermietungs-Unternehmen, das Internationale Olympische Komitee (IOC) und das Internationale Paralympische Komitee (IPC) mitteilten, geht es um einen Deal über neun Jahre. Bis zu den Sommerspielen 2028 in Los Angeles sollen laut einer Pressemitteilung so Organisationskosten sowie der Bedarf an Neubauten reduziert und direkter Umsatz für die lokalen Gastgeber generiert werden.

"Diese innovative Partnerschaft unterstreicht unsere Strategie, eine nachhaltige Ausrichtung der Olympischen Spiele sicherzustellen und dem Gastgeber ein Erbe zu hinterlassen", sagte IOC-Präsident Thomas Bach. Zudem wolle der Ringeorden mit Airbnb "neue Möglichkeiten für Athleten entwickeln, um eigene Einnahmequellen durch die Vermarktung ihrer sportlichen Leistung und der olympischen Werte aufzubauen". Ähnlich erfreut zeigte sich IPC-Präsident Andrew Parsons, der mit Airbnb daran arbeiten will, "barrierefreie Unterkünfte zu fördern".

Scharfe Kritik aus Paris

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Anne Hidalgo kritisiert den neuen Olympia-Partner scharf.

(Foto: imago/IP3press)

Airbnb war 2008 im Silicon Valley in Kalifornien gegründet worden und versteht sich als Vermittler zwischen Anbietern privater Wohnräume und interessierten Gästen. Unter anderem in Deutschland stand das Unternehmen schon in der Kritik, da angeblich die private Vermietung vor allem in Großstädten für Verdrängung von Mietern und steigende Mietpreise sorgt. Anfang des Jahres war Paris gegen Airbnb vor Gericht gezogen und hatte eine Strafe von 12,5 Millionen Euro verlangt von Vermietern, die ihre Wohnungen nicht ordnungsgemäß registrieren.

Auch aus diesem Grund übte die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo scharfe Kritik am IOC, sie warnte Bach vor den "Risiken und Konsequenzen". Hidalgo, die erfolgreich für die Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2024 an Paris gekämpft hatte, behalte sich vor, die Tätigkeit solcher Wohnplattformen einzuschränken und, wenn nötig, in Teilen der Stadt sogar zu verbieten.

"Durch den entstehenden Verlust einer erheblichen Anzahl von Wohnraum in Paris ist Airbnb ein Faktor für den Anstieg der Mietpreise und der Verschlechterung der Wohnsituation geworden", kritisierte Hidalgo in einem Brief an IOC-Präsident Bach. Hidalgos Stellvertreter Ian Brossat äußerte sich ähnlich und bedauerte die Wahl des Sponsors durch das IOC "zu einer Zeit, in der viele Städte in Europa und auf der ganzen Welt gegen das Unternehmen Airbnb und dessen Exzesse kämpfen." Bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro war das Unternehmen schon Partner des lokalen Organisationskomitees.

Quelle: ntv.de, ter/sid