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Transfers irritieren Reimer Opferbereitschaft der DEL-Spieler ausgereizt

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Für Rekordtorjäger Patrick Reimer ist es "irgendwann genug".

(Foto: imago images/Zink)

Eishockey-Routinier Patrick Reimer kritisiert angesichts der speziellen Corona-Umstände, dass einige Vereine noch während der Saison Spieler nach verpflichten. Die Profis aller DEL-Teams hatten vor der Spielzeit auf Gehalt verzichten müssen, um die Saison überhaupt zu ermöglichen.

Die Opferbereitschaft der Spieler in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ist nach Ansicht von Rekordtorjäger Patrick Reimer ausgereizt. "Für diese Saison sind die Spieler nicht mehr in der Bringschuld, noch weiter zu verzichten. Wir haben das getan, wonach wir gefragt wurden, um spielfähig zu sein. Irgendwann ist es aber genug", sagte der Kapitän der Nürnberg Ice Tigers und Mitgründer der Spielervereinigung Eishockey (SVE) der "Sport Bild".

Irritiert zeigte sich Reimer über Vereine, die von den Spielern erst einen Gehaltsverzicht verlangt hatten und dann während der Saison dennoch Geld für weitere Verpflichtungen ausgaben. "Das wirft ein seltsames Licht auf die vorausgegangenen Verhandlungen mit den Spielern, die bereits im Klub sind", sagte der Silberheld von Olympia 2018 und betonte: "Es sind Ausgaben, die on top zu dem kommen, was vorher vereinbart war. Da gibt es Redebedarf."

Reimer, der nach eigenen Angaben auf einen Gehaltsverzicht von "über 50, 60 Prozent" kommt, hält das Entgegenkommen der Spieler für entscheidend für den Fortbestand der DEL. "Man sieht, dass es für die Klubs funktioniert, und es wurde ja auch noch ein weiteres Corona-Hilfspaket von der Politik geschnürt", sagte der. Aus diesem Grund sollten die Vereine auch "in der Lage sein, nicht noch einmal mit den Spielern nachverhandeln zu müssen".

"Normalität wird nicht sofort einkehren"

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Daniel Hopp, Chef der Adler Mannheim, kann die "schwierige Situation" der Spieler verstehen: "Sportler haben nur eine begrenzte Zeit, in der sie Geld verdienen, und die Gehaltssituation ist bei uns eine andere als in der Fußball-Bundesliga", sagte er im Interview mit den Stuttgarter Nachrichten/Zeitung. Grundsätzlich, ergänzte er, hätten die Adler "diese Saison so geplant, dass wir ohne Zuschauer über die Runden kommen".

Hopp will derzeit keine Prognose wagen, wie es in der kommenden Saison aussehen wird. Die Unsicherheit bestehe weiter, die Planung bei den Adlern laufe derzeit "aus einer wirtschaftlichen Defensive" heraus: "Selbst wenn Corona hinter uns liegt, wird nicht sofort Normalität einkehren." Es liege deshalb in der Verantwortung eines jeden Klubs zu sagen: "Ich habe diese Einnahme, ich traue mir diese Einnahmen zu." Entsprechend müssten auch die Verträge mit den Spielern gestaltet werden.

Quelle: ntv.de, tno/sid

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