Sport

"Es gibt wichtigere Dinge" Osaka boykottiert Turnier wegen Rassismus

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Naomi Osaka will eine Debatte über Rassismus auch im Tennis in Gang bringen.

(Foto: USA TODAY Sports)

Der Basketball steht still in den USA. Nun bricht auch die Tennisspielerin Naomi Osaka ihr Vorbereitungsturnier auf die US Open ab - obwohl sie im Halbfinale steht. Mit ihrem Boykott will die ehemalige Nummer eins gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA protestieren - und eine Debatte im Tennis hervorrufen.

Tennis-Star Naomi Osaka hat sich aus Protest gegen Polizeigewalt in den USA von den Southern & Western Open zurückgezogen. Die Japanerin kündigte vor ihrem für Donnerstag geplanten Halbfinale gegen die Belgierin Elise Mertens an, dass sie bei der Generalprobe der US Open nicht mehr antreten werde. Die Organisatoren des von Cincinnati nach New York verlegten Turniers sagten daraufhin die für Donnerstag geplanten Partien ab, erst am Freitag soll der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden.

"Als schwarze Frau habe ich das Gefühl, dass es viel wichtigere Dinge gibt, die sofortige Aufmerksamkeit erfordern, als mir beim Tennisspielen zuzuschauen", sagte Osaka: "Ich gehe nicht davon aus, dass etwas Drastisches passiert, wenn ich nicht spiele. Aber wenn ich in einem mehrheitlich weißen Sport eine Diskussion in Gang bringen kann, betrachte ich das als einen Schritt in die richtige Richtung."

US Open in Gefahr?

Deutschlands Frauentennis-Chefin Barbara Rittner fand Osakas Aktion und die Folgen für das Turnier "bemerkenswert und auch gut", wie die Eurosport-Expertin am Donnerstag im Rahmen einer Online-Presserunde sagte. Dennoch war Rittner im Hinblick auf die Verschiebung der Halbfinals "überrascht, dass es diese Konsequenzen hat", sagte sie weiter und fügte an: "Natürlich wäre diese Entscheidung mit Zuschauern viel schwieriger gewesen."

Dass Ähnliches bei den am Montag beginnenden US Open passiert, glaubt Rittner indes nicht. "Etwas Planmäßiges, Politisches einzubauen - ich finde nicht, dass der Sport da instrumentalisiert werden sollte", sagte die 47-Jährige.

Auslöser für Osakas Protest ist der Fall Jacob Blake. Der Schwarze war am vergangenen Wochenende von einem Polizisten von hinten niedergeschossen worden. Den 29-Jährigen sollen sieben Kugeln im Rücken getroffen haben - er kämpft im Krankenhaus um sein Leben. Die Milwaukee Bucks hatten daraufhin ihr Spiel in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga boykottiert und damit im US-Sport eine Protestwelle ins Rollen gebracht.

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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