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Kyrgios: "Das kotzt mich an" Party-Egoist Zverev ignoriert Corona-Isolation

Erneut sorgt Tennis-Profi Alexander Zverev für Aufregung: Der 23-Jährige feiert eine Party mit Modedesigner Philipp Plein. Dabei gab er sich nach der umstrittenen Adria-Tour mit vielen Corona-Infektionen zuletzt reumütig. Weil davon nun nichts mehr zu sehen ist, reagiert Spieler Nick Kyrgios ungehalten.

Offenbar ist er doch nicht so geläutert, wie er vorgab: Tennis-Profi Alexander Zverev sorgt schon wieder für Ärger. Und wieder einmal geht es um seine Ignoranz gegenüber der Corona-Krise. Der 23-Jährige feiert in seinem Wohnort Monaco ausgelassen eine Party mit Modedesigner Philipp Plein und vielen weiteren Personen. Plein selbst dokumentierte das in einem Video bei Instagram, das mittlerweile wieder gelöscht wurde.

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Dabei hatte Zverev erst kürzlich angekündigt, sich in Isolation zu begeben. Hintergrund war seine Teilnahme an der arg umstrittenen Adria-Tour, die Kollege Novak Djokovic organisiert hatte. Bei dem Turnier hatten sich mehrere Profis mit dem Coronavirus infiziert, etwa Djokovic selbst und seine Frau, ebenso wie der bulgarische Spitzenspieler Grigor Dimitrov. Zudem ist Djokovics Trainer Goran Ivanisevic genauso erkrankt wie Kroatiens Ministerpräsident Andrej Plenkovic.

"Bitte vielmals um Entschuldigung"

Djokovic sagte nach Bekanntwerden seiner eigenen Infektion und der weiteren Fälle: "Das ist die neue Realität, wir lernen noch, sie zu bewältigen und mit ihr zu leben." In einer weiteren Botschaft in den sozialen Medien fügte er an: "Es tut mir sehr leid, dass unser Turnier Schaden angerichtet hat. Wir lagen falsch, es war zu früh."

Auch Zverev entschuldigte sich: "Ich bitte vielmals um Entschuldigung bei allen, die ich möglicherweise in Gefahr gebracht habe, indem ich bei dieser Tour gespielt habe", schrieb er scheinbar reumütig in einem Statement am 22. Juni. Zverev selbst war nach eigener Aussage negativ getestet worden, wollte sich aber vorsorglich in Isolation begeben, da die Inkubationszeit des Virus bis zu 14 Tage beträgt. Doch so ernst nahm er seine Ankündigung augenscheinlich nicht.

"Wie egoistisch kannst du sein?"

Dieses Verhalten macht den australischen Topspieler Nick Kyrgios wütend. "Ich wache auf und sehe mehr kontroverse Sachen auf der ganzen Welt. Eine, die herausstach, war, Sascha Zverev wiederzusehen", wetterte er in einem Video bei Instagram: "Mann, wie egoistisch kannst du sein?"

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Wenn Zverev schon die Dreistigkeit besitze, sein Management eine Botschaft schreiben zu lassen, in der er eine Selbstisolation ankündige und sich entschuldige, solle er doch bitte für 14 Tage zu Hause bleiben, fügte Kyrgios an: "Das kotzt mich an." Die Tenniswelt werde immer egoistischer. Zverev und Kyrgios hatten sich schon rund um die Australian Open in diesem Frühjahr eine öffentliche Kontroverse geliefert.

Der erneute Verstoß gegen die Corona-Regeln könnte Zverev womöglich noch schaden. Der beste deutsche Tennisspieler plant, ab 13. Juli beim Turnier in Berlin teilzunehmen. Für den Veranstalter wäre er natürlich das Aushängeschild. Doch ist er das auch, wenn er sich so uneinsichtig verhält? Offiziell wollen die Organisatoren des Berlin-Turniers noch abwarten, ob sie Beschränkungen für die Profis festlegen.

Andere Turnierveranstalter dagegen, etwa in Kitzbühl, veranlassten Maßnahmen. So müssen die Teilnehmer etwa vor dem Start in Quarantäne und negative Tests vorlegen. In New York sollen sie in einem Flughafenhotel isoliert werden und keinen Zugang zur Stadt bekommen. Für eine strikte Einhaltung einer möglichen 14-tägigen Quarantäne dürfte sich Zverev ab sofort nicht noch einmal in aller Öffentlichkeit zeigen.

Quelle: ntv.de, ara/sid