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Nach Gehirn-OP und Lungenembolie Paul Zipser kehrt ins öffentliche Leben zurück

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Wann der 27-Jährige wieder Basketball spielt, ist noch offen.

(Foto: imago images/kolbert-press)

"Basketball ist für mich kleiner geworden", sagt Paul Zipser, der erstmals nach seiner schweren Hirn-Operation im Sommer wieder in die Öffentlichkeit zurückkehrt. Der Basketball-Nationalspieler erlitt zudem eine Lungenembolie. Und ist jetzt einfach froh, an seinem Comeback arbeiten zu können.

Inmitten einer Jahreshauptversammlung voller Zank und Zunder sorgte bei Bayern München ein Basketballer für vereinte vorweihnachtliche Wohlstimmung. Als Paul Zipser bei der Trophäenparade den DBB-Pokal in seine gewohnte Spielstätte trug, stand ein zumindest in Sachen Fußball gespaltenes Auditorium geschlossen und bewegt zusammen - der erste große öffentliche Auftritt des Nationalspielers nach seiner schweren Hirn-OP verdrängte kurzzeitig alles andere in den Hintergrund.

"Ein Comeback von dir hier im Audi Dome ist mehr wert als jeder Titel", sagte Bayern-Präsident Herbert Hainer in Richtung des 27-Jährigen. Zipser war monatelang von der Bildfläche verschwunden, über seine Situation hatten er und der Klub sich weitestgehend ausgeschwiegen.

Optimale Voraussetzungen fürs Überstehen

"Jetzt ist der Zeitpunkt, dass ich mich so gut fühle, dass ich darüber reden will", sagte Zipser dem Bayern-Podcast "Open Court", wo er den Ernst der Lage schilderte, nachdem er sich Anfang Juni wegen Gleichgewichtsstörungen in ärztliche Behandlung begeben hatte. Die Diagnose - ein eingebluteter Hirntumor am Hirnstamm - erforderte einen heiklen Eingriff. "Das war am Ohr, am Kleinhirn, schon eine beschissene Stelle. Eine angeborene Fehlbildung. Dort sind im Gehirn einfach mehrere Zentren, die für verschiedene Sachen zuständig sind. Bei mir war es die Koordination, die ganze rechte Seite war von Anfang an sehr betroffen", sagte Zipser.

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Etwas Angst habe er vor der OP schon gehabt. "Ich wusste aber, dass ich die perfekten Rahmenbedingungen habe. Ein gesunder Athlet im besten Alter - wenn irgendjemand so was übersteht, dann habe ich die optimalen Voraussetzungen", sagte Zipser. Dennoch war die Rückkehr ins Leben hart. Nach der OP erlitt Zipser eine Lungenembolie, lag auf der Intensivstation, mühte sich wochenlang durch die Reha. Er habe aber "niemals daran geglaubt, auch jetzt nicht, es könnte nicht zu 100 Prozent alles wiederkommen".

Für ein Comeback im Bayern-Trikot gibt es noch keinen genauen Plan, "aber das ist jetzt nur noch eine Frage der Zeit", sagte Zipser. Druck, das hat er sich nach dem wohl prägendsten Sommer seines Lebens vorgenommen, will er sich nicht machen: "Basketball ist auf jeden Fall kleiner für mich geworden."

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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