Sport

Weitere Eilanträge abgelehnt Pechstein läuft nur eine Strecke

Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein darf am Wochenende beim Weltcup in Salt Lake City nicht über 1000 oder 1500 Meter starten. IOC-Präsident Jacques Rogge erklärt derweil, dass eine Aberkennung von Pechsteins Olympiamedaillen theoretisch möglich ist.

2o0d3150.jpg3200143305589934205.jpg

Claudia Pechstein geht in Salt Lake City nur über eine Strecke an den Start.

(Foto: dpa)

Das entschied das Schweizer Bundesgericht nach einem Ergänzungs-Antrag der Schweizer Pechstein-Anwälte Lucien W. Valloni und Thilo Pachmann. Damit bleibt es dabei, dass Pechstein nur über 3000 Meter an den Start gehen darf.

In der Verfügung der Präsidentin des Schweizer Bundesgerichts heißt es, dass "die Beschwerdeführerin am 11. - 13. Dezember 2009 an dem in Salt Lake City stattfindenden 3000 Meter Eisschnelllauf-Weltcuprennen sowie am Training teilnehmen darf, soweit dieses als Vorbereitung auf dieses Rennen dient. Im Übrigen wird der Antrag der Beschwerdeführerin abgewiesen".

Nicht aufgehoben sind damit aber die Anträge der Pechstein-Seite, dass die Athletin in Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele an den vollen Trainingsmaßnahmen des Verbandes und weiteren Wettkämpfen wie den Europameisterschaften in Hamar (8. bis 10. Januar) teilnehmen darf. Der Weltverband ISU, der Internationale Sportgerichtshof CAS und auch die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) wurden vom Gericht aufgefordert, bis zum 17. Dezember Stellungnahmen zu diesem Pechstein-Antrag abzugeben.

Der Eissport-Weltverband ISU hat unterdessen erklärt, die Entscheidung des Schweizer Bundesgerichts zu respektiveren. "Wir müssen sie über 3000 Meter starten lassen", sagte der Niederländer Jan Dijkema, ISU-Weltcup-Koordinator, in Salt Lake City.

IOC-Strafmaßnahmen denkbar

Bei Bestätigung ihrer Zweijahresperre durch das Schweizer Bundesgericht droht Pechstein unter Umständen die Aberkennung ihrer Olympiamedaillen. Das sagte IOC-Präsident Jacques Rogge der "Welt". Es müsse genau beachtet werden, wann das angewandte Protokoll zum Langzeitblutprofil von Athleten vom Eisschnelllauf-Weltverband ISU zugelassen worden sei. "Wir können nur Konsequenzen für den Zeitraum ab der Zulassung ziehen, ab dem auch die Athleten wie Claudia Pechstein Kenntnis von der Zulassung ihrer Blutprofile bekommen konnten", sagte Rogge.

Sollten Pechstein "in der Zeit ab der Zulassung des Protokolls abnormale Blutwerte nachgewiesen worden sein und Olympische Spiele in jenem Zeitraum gelegen haben, werden wir die Aberkennung der Medaillen prüfen", sagte Rogge. Laut IOC-Vizepräsident Thomas Bach hat sich der CAS beim Protokoll der Blutwerte bisher allerdings nur auf den Zeitraum nach den Olympischen Spielen 2006 in Turin bezogen. Möglicherweise könnten aber auch frühere Daten noch überprüft werden.

Quelle: n-tv.de, dpa/sid

Mehr zum Thema