Sport

Transfers von Minderjährigen Platini will gesetzliches Verbot

UEFA-Präsident Michel Platini will Fußball-Talente besser schützen. "Die Transfers von Minderjährigen sollten per Gesetz verboten werden", sagt der französische Boss der Europäischen Fußball-Union der "Stuttgarter Zeitung". Platini plädiert außerdem dafür, dass junge Spieler dazu verpflichtet werden, ihren ersten Profivertrag mit dem Ausbildungsverein abzuschließen: "So lässt sich die regionale Identität stärken, und es kommen wieder soziale und menschliche Aspekte ins Spiel."

Der ehemalige Weltklasse-Spielmacher sprach sich zudem gegen finanzstarke Investoren mit dubiosen Absichten aus. "Heute erscheinen irgendwelche Leute, kaufen und verkaufen Vereine wie Aktien. In England wurde ein Drittligist aufgekauft, um an das Stadion zu gelangen. Dieses wurde dann abgerissen, um auf dem Gelände Wohnblocks hochzuziehen. Solche Spekulanten brauchen wir im Fußball nicht", sagte der Franzose, ist aber in dieser Hinsicht machtlos: "Ich als UEFA-Präsident kann da nichts tun. Es sind die Fans, Städte und Parlamente gefordert."

Geld ja, aber für einen guten Zweck

Er sei nicht gegen Geld, erklärte Platini weiter, "ich bin sogar für Geld, je mehr desto besser. Wenn aber jemand Geld für einen guten Zweck geben will, dann für hungernde Kinder, Fußball ist nur ein Spiel. Und bei aller Hochachtung: Ich habe etwas dagegen, wenn der ehemalige thailändische Premierminister Thaksin Shinawatra kommt und Manchester City kauft, nur um Gewinn zu erzielen und berühmt zu werden."

Keine Chance gibt der UEFA-Boss den Plänen von Weltverbands-Präsident Joseph S. Blatter, die sogenannte 6+5-Regel einzuführen. Diese würde besagen, dass mindestens sechs Spieler aus dem Land des Vereins in der Startformation stehen müssten. "Ich trage diese Idee mit, aber ich glaube nicht, dass uns dafür die geeigneten Mittel zur Verfügung stehen. Die EU wird das Rad nicht mehr zurückdrehen und wieder eine Beschränkung zulassen", sagte Platini.

Quelle: ntv.de