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Brisante Szene kurz vor SchlussPortugals "Spionage"-Aktion sorgt für Ärger bei Handball-EM

27.01.2026, 10:00 Uhr
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Miguel Neves ist offenbar ein pfiffiges Kerlchen. (Foto: IMAGO/Eibner)

Portugal und Norwegen liefern sich einen spektakulären Schlagabtausch bei der Handball-EM. Die Nordeuropäer bereiten sich in der Auszeit kurz vor Schluss auf den letzten Angriff vor - und werden belauscht.

Wirbel in der Zwischenrunde der Handball-EM: Beim 35:35-Remis zwischen Portugal und Norwegen kommt es in der Schlussminute zu einer kuriosen Szene. Bei einer Auszeit rund 20 Sekunden vor Schluss lauscht Miguel Neves nicht den Worten seines Trainers, sondern per Tablet der Ansprache des norwegischen Nationaltrainers Jonas Wille. Damit sorgt der Portugiese für reichlich Aufregung.

"Ich habe drei Jahre lang in Norwegen gespielt und habe eine norwegische Freundin, daher spreche und verstehe ich norwegisch. Ich habe versucht, mir einen kleinen Vorteil zu verschaffen und herauszufinden, was sie tun würden. Dann konnte ich die Abwehr vorbereiten", so der 25-Jährige, der zwischen 2022 und 2025 für Bergen spielte, beim dänischen TV-Sender "TV2Sport".

Ein Vergehen erkennt Neves in seiner "Spionage"-Aktion nicht: "Ich finde das völlig fair. Meiner Meinung nach ist daran nichts auszusetzen." Die internationale Handball-Gemeinde sieht das allerdings anders. "Ich finde das nicht in Ordnung. Ich finde, es steht dem Sport nicht gut zu Gesicht, wenn jemand dasteht und zuhört, was die anderen machen", äußerte etwa der dänische Superstar Simon Pytlick deutliche Kritik.

Und auch der Verband EHF war von dem Abhörmanöver der Portugiesen nicht begeistert. "Die EHF kann überhaupt nicht nachvollziehen, dass solche Hilfsmittel, die dazu dienen, die Spieler und Trainer aus taktischen Gründen zu unterstützen, auf diese Weise verwendet werden", teilte der Verband auf Anfrage der norwegischen Zeitung "Dagbladet" mit: "Wir halten das nicht für fair und nicht im Interesse des Spiels." Allerdings war's auch so: Einen wirklichen Vorteil erlangte Portugal nicht, weil Norwegen fahrlässig die letzte Chance vergab. Simen Lyse feuerte einen harmlosen Ball aus dem Rückraum ab. "Es war ein Missverständnis", sagt Lyse gegenüber dem "Dagbladet" und übernahm die Verantwortung. "Es war mein Fehler."

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Ob das Verhalten des portugiesischen Teams Konsequenzen nach sich ziehen wird, ließ EHF-Kommunikationschef Thomas Schöneich allerdings noch offen. Die Norweger, die erst wenige Sekunden vor dem Ende der Auszeit von der Aktion Wind bekamen und das Mikrofon zur Seite schoben, äußerten sich bislang nicht zu dem Vorfall. Zudem ist unklar, ob Portugal sich durch das Abhören gegnerischer Timeouts auch in anderen Spielen einen Vorteil verschafft hat.

Quelle: ntv.de, tno/sport.de

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