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Titel zum 40."Professor" Kluge dominiert Madison-Rennen bei EM

05.02.2026, 18:05 Uhr
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Beim Madison-Rennen ist immer nur einer der beiden Fahrer im Ziel. Gewechselt wird alle paar Runden per Schleudergriff. Hier übergibt Augenstein (r.) an Kluge. (Foto: picture alliance/dpa/Roth)

Er wird einfach nicht langsamer: Auch mit 40. ist Roger Kluge noch einer der Großen auf der Bahn. Bei der EM im türkischen Konya hält der zusammen mit Augenstein die Konkurrenz im Zweier-Mannschaftsfahren auf Distanz. Und der Altmeister hat noch ein Ziel.

Bahnrad-Altmeister Roger Kluge hat sich an seinem 40. Geburtstag mit dem EM-Titel beschenkt. An der Seite von Moritz Augenstein gewann der Brandenburger im türkischen Konya überlegen im Madison. "Uns war schon bewusst, dass wir zu den Favoriten gehören und die Konkurrenz auf uns blicken wird", freute sich Kluge: "Dass wir diesen Titel so überlegen gewinnen konnten, das hätte ich aber nie gedacht", sagte er im Anschluss an das Zweier-Mannschaftsfahren.

Kluge hatte aufgrund einer Magen-Darm-Erkrankung noch am vergangenen Wochenende seine Teilnahme an den Sixdays in Berlin abbrechen müssen und sich erst kurzfristig für eine EM-Teilnahme entschieden. Für Kluge ist es bereits der sechste Titel bei Europameisterschaften, fünf davon holte er im Madison. Tags zuvor hatte er bereits Bronze im Omnium (Mehrkampf) gewonnen.

Durch mehrere Rundengewinne nach 50 Kilometern das deutsche Duo nach gut 50 Minuten auf 85 Punkte und lag am Ende klar vor dem Silber-Gewinner Portugal, der auf 55 Zähler kam. Für Kluge - wegen seiner Erfahrung und Renntaktik mitunter auch Professor genannt - soll damit noch lange nicht Schluss sein: Die Olympischen Spiele von Los Angeles 2028 hatte er trotz seines Alters als Ziel genannt. Bereits 2008 war Kluge bei den Olympischen Spielen in Peking mit Silber im Punktefahren ins Rampenlicht gefahren. Es folgten weitere zahlreiche Erfolge auf der Bahn, darunter drei WM-Titel im Madison. Hinzu kommen zahlreiche Titel bei Sechstagerennen

Am letzten Tag der Titelkämpfe sicherte sich auch Lea Sophie Friedrich eine weitere Medaille. Die 26-Jährige gewann Bronze in der Sprintform Keirin hinter der siegreichen Russin Alina Lysenko und Mathilde Gros aus Frankreich.

Damit beendet das deutsche Aufgebot die Europameisterschaft mit einer Ausbeute von insgesamt neun Medaillen, davon drei Titel, zwei zweite Plätzen und vier Bronzemedaillen . "Die EM war eine erste wichtige Standortbestimmung ein halbes Jahr vor den ersten olympischen Qualifikationswettkämpfen", sagte Sportdirektor Patrick Moster: "Die Rennen haben die Entwicklungen innerhalb unseres Kaders bestätigt, verdeutlichten aber auch, dass sich die europäische Spitze weiter verbreitert hat". Im Medaillen-Ranking, in dem die dominierenden Briten vor Belgien lagen, belegte Deutschland damit am Ende den dritten Platz.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/sid

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