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Kein deutsches Halbfinal-Duell Qualifikant bestraft Zverevs Fehlerfestival

Die Nummer 107 der Weltrangliste sollte für Alexander Zverev eigentlich zu schlagen sein. Beim Heimturnier in München aber bringt sich der beste deutsche Tennisprofi mit 14 Doppelfehlern selbst um den Erfolg. Ein Landsmann dagegen schafft den Sprung ins Halbfinale.

Nach einer bösen Pleite von Alexander Zverev ist Jan-Lennard Struff die letzte deutsche Hoffnung auf einen Heimsieg beim ATP-Turnier in München. Zverev schied nach einer enttäuschenden Leistung mit 7:6 (7:5), 5:7, 3:6 gegen den Qualifikanten Ilja Iwaschka aus Belarus aus. Zuvor hatte sich Struff in einem Kraftakt mit 6:4, 4:6, 7:6 (7:3) gegen Filip Krajinovic aus Serbien ins Halbfinale gerettet. Dort kämpft er nun zum bereits achten Mal um seine erste Teilnahme an einem Finale auf der Tour.

Zverev verspielte ein deutsches Duell und damit einen sicheren deutschen Finalisten durch zahlreiche leichte Fehler. Iwaschka, nur die Nummer 107 der Weltrangliste, blieb dadurch jederzeit im Match, schlug gut auf, spielte mutig. Zverev haderte mit sich und seinem Spiel, diskutierte immer wieder mit seinem Vater in der dritten Tribünenreihe des Centre Courts - allein: Es half nichts. Nach drei seiner 14 Doppelfehler und dem daraus folgenden Break zum 3:5 verließ er nach insgesamt 2:33 Stunden als Verlierer den Platz.

Iwaschka steht nach dem größten Sieg seiner Karriere somit völlig überraschend dem Traum von Struff vom ersten Finaleinzug und damit auch dem ersten Turniersieg im Wege. Dass er kein leichtes Spiel haben würde gegen den vermeintlichen Außenseiter, war diesem aber schon vorher klar. "Iwaschka spielt ganz gutes Tennis hier", sagte Struff, immerhin habe der 27 Jahre alte Belarusse, der erstmals ein Halbfinale erreicht hat, in der ersten Runde den Finnen Emil Ruusuvuori mit 6:1, 6:2 "weggeblasen".

Für Struff war es "schon krass"

Dennoch ist die Gelegenheit günstig für Struff, nach seinem dreistündigen Kraftakt gegen Krajinovic im achten Versuch erstmals das Finale eines ATP-Turniers zu erreichen. "Ich bin den Schritt noch nicht gegangen ins Finale, um einen Titel zu spielen. Diesen Schritt möchte ich natürlich gehen." Am Sonntag locken neben der Siegprämie auch ein 180.000 Euro teures Auto und eine Lederhose als Sonderpreise.

Struff hat allerdings auch schon ein paar Meter in den Beinen. 2:38 Stunden hatte er schon im deutschen Achtelfinale gegen den giftigen Dominik Koepfer zum Dreisatzsieg benötigt. "Es waren zwei intensive Matches, klar", sagte er nach der Partie gegen Krajinovic, dem beim dritten Matchball der deutschen Nummer zwei ein Doppelfehler unterlief. "Es war ein Auf und Ab, das war schon krass", sagte Struff nach dem Schlagabtausch mit der Nummer 36 der Weltrangliste.

Für Struff hatte es zunächst gut ausgesehen. Den ersten Satz gewann er im zehnten Spiel nach einem Rückstand von 0:40 und mit einem Break. Danach aber verlor er den Faden und vergab vor allem im dritten Satz zahlreiche Chancen, das Match vorzeitig zu beenden, unter anderem beim Stand von 5:3 und eigenem Aufschlag und kurz darauf bei zwei Matchbällen zum 6:4.

Erst im Tiebreak schlug Struff dann entscheidend zu. In München steht er nun zum zweiten Mal nach 2014 im Halbfinale, 2017 und 2018 hatte ihm Zverev bereits im Viertelfinale den Weg ins Endspiel verwehrt.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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