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Doping in Peking Rogge: Noch 7 Verdachtsfälle

IOC-Präsident Jacques Rogge hat angekündigt, dass sich die Zahl der positiven Dopingfälle bei den Olympischen Spielen in Peking fast verdoppeln könnte. "Es gab 39 Fälle vor den Spielen in Peking, bei den Spielen selbst acht und sieben sind noch in der Pipeline", sagte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), "es könnten also insgesamt 15 werden. Wir gehen da aber gerade sehr genau vor. Ich erwarte Ergebnisse in vier bis sechs Wochen."

Doping im Sport sei das, "was die Kriminalität in der Gesellschaft ist", betonte der Belgier am Rande der 100-Jahre-Gala des Nationalen Olympischen Komitees Österreichs (ÖOC) in Wien. Auch in der Gesellschaft würden Polizisten, Gerichte und Gefängnisse benötigt. "An die 400 Millionen Menschen betreiben weltweit Sport, aber es gibt nicht 400 Millionen Heilige auf dieser Erde", so Rogge.

Lebenslange Sperren nach Doping-Erstvergehen schloss der 66- Jährige allerdings trotz seiner ambitionierten "Null-Toleranz"-Politik im Kampf gegen Doping aus. "Das hält vor keinem Gericht der Welt. Jeder Athlet gewinnt da vor jedem Zivilgericht", erklärte Rogge, "ich persönlich bin dafür, Anabolika- und EPO-Doping mit vier Jahren zu bestrafen, aber lebenslang für Erstvergehen geht nie durch. Auch als Krimineller wird man nicht beim ersten Mal erschossen."

Die weltweite Finanzkrise habe unterdessen keinen negativen Einfluss auf das IOC. "Wir haben extrem konservativ investiert, deshalb wirkt sich die Finanzkrise derzeit bei uns nicht aus. Und laut Gesprächen mit den Organisationskomitees der kommenden Spiele in Vancouver, London und Sotschi ist die Situation unter Kontrolle. Es gibt keinen negativen Effekt", meinte Rogge.

Quelle: n-tv.de