Sport

Thomas fährt weiter in Gelb Sagan nutzt Sprinter-Vakuum zum Tagessieg

6d9b4ee7285970d0f850d54714f34e03.jpg

Im Zielsprint musste Peter Sagan sich noch einmal voll auspowern.

(Foto: imago/Belga)

Nach drei anstrengenden Bergetappen sind bei der Tour de France wieder die noch verbliebenen Sprinter gefragt. Peter Sagan feiert am Ende den Etappensieg, der Kampf um das Gelbe Trikot bleibt vorerst eine teaminterne Entscheidung zwischen Thomas und Froome.

Weltmeister Peter Sagan hat die Abwesenheit seiner ärgsten Sprint-Rivalen genutzt und den ersten Massenspurt der Tour de France nach den schweren Bergetappen gewonnen. Der Slowake setzte sich dank einer späten Energieleistung durch und entschied in Valence das 13. Teilstück nach 169,5 Kilometern für sich. Der Kapitän der deutschen Bora-hansgrohe-Mannschaft verwies Alexander Kristoff aus Norwegen und den Franzosen Arnaud Démare auf die Plätze. John Degenkolb, der am Sonntag noch das Kopfsteinpflaster-Teilstück nach Roubaix gewonnen hatte, landete auf Platz vier.

Sagan holte seinen dritten Tagessieg bei dieser Tour und baute die Führung in der Punktwertung aus. Insgesamt steht der charismatische Träger des Grünen Trikots nun bei neun Etappensiegen bei der Tour. Im Kampf um das Gelbe Trikot gab es erwartungsgemäß keine Veränderungen: Sky-Profi Geraint Thomas liegt weiter 1:39 Minuten vor seinem britischen Teamkollegen Christopher Froome und 1:50 Minuten vor dem Niederländer Tom Dumoulin aus der Sunweb-Mannschaft.

Nach den drei schweren und verlustreichen Bergprüfungen verließ das Peloton die Alpen in Richtung Valence. In der malerischen Stadt an der Rhône hatte André Greipel 2015 einen Sieg gefeiert - diesmal aber konnte der gebürtige Rostocker nicht in den Kampf um den Tagessieg eingreifen. Er war wie seine Sprintkollegen Marcel Kittel, Fernando Gaviria, Mark Cavendish und Dylan Groenewegen in den Tagen zuvor ausgeschieden. "Für mich ist dieses Spektakel einfach zu viel gewesen in diesem Jahr", hatte er im ZDF gesagt und damit die Tour-Bosse für die Streckenführung und die schweren Bergetappen kritisiert.

Froome und Thomas im Gleichschritt

Auf dem in Bourg d'Oisans unterhalb von L'Alpe d'Huez gestarteten Flachstück ließen es dann vor allem die Kandidaten für die Gesamtwertung und ihre Teams entspannt angehen. Spitzenreiter Thomas und seine Sky-Mannschaft um den nominellen Kapitän Froome gönnten sich eine ruhigere Etappe, nachdem sie an den zwei Tagen zuvor mit großem Aufwand die Konkurrenz in Schach gehalten und für die Doppelführung durch Thomas und den viermaligen Tour-Sieger Froome gesorgt hatten.

Auch die Rennställe der Herausforderer hielten sich zurück, darunter Bahrain-Merida, dessen Kapitän Vincenzo Nibali nach einem Sturz am Donnerstag wegen eines Wirbelbruchs aufgeben musste. Am Samstag könnten einige Podiumskandidaten wieder die Initiative ergreifen, wenn es am Ende der 14. Etappe in Mende den kurzen, aber steilen Anstieg hoch zum Flughafen der Kleinstadt geht. Dort hatten in der Tour-Historie bereits einige Hochkaräter überraschend Zeit verloren. Der in Frankreich unbeliebte Froome war 2015 in Mende bei einer üblen Ekel-Attacke bespuckt und mit Urin bespritzt worden.

Quelle: n-tv.de, Von Manuel Schwarz und Andreas Zellmer, dpa