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Kugelstoß-Ass heilt Entzündung Schwanitz spritzt sich radioaktive Substanz

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Kugelstoßerin Christina Schwanitz gtewann bei der WM 2019 in Doha Bronze.

(Foto: imago images/Chai v.d. Laage)

Kugelstoßerin Christina Schwanitz behandelt ihre Knie-Entzündung auf eine ganz eigene Art und Weise: Die Dritte der Weltmeisterschaft 2019 lässt sich in einer Spezial-Therapie eine radioaktive Substanz ins Knie spritzen. Innerhalb einer Woche bessert sich die Entzündung, Schwanitz denkt nicht ans Karriereende.

Die frühere Kugelstoß-Weltmeisterin Christina Schwanitz hat sich wegen ihrer Knie-Entzündung einer ungewöhnlichen Behandlung unterzogen - mit Erfolg. "Ihr wurde eine radioaktive Substanz ins Knie injiziert", sagte ihr Trainer Sven Lang der "Bild am Sonntag". Und die Therapie durch Radiosynoviorthese (RSO) wirkte Wunder.

"Man konnte zusehen, wie die Entzündung innerhalb einer Woche rausging", schilderte Lang. Und: "Wir können zum ersten Mal seit vier Jahren wieder Kniebeugen machen." Die 34-Jährige vom LV 90 Erzgebirge bestätigte den Erfolg: "Die Therapie hat super angeschlagen! Ich bin nun wieder völlig schmerzfrei."

"Jetzt strahle ich vom Kopf bis zum Fuß", hatte Schwanitz der "BamS" gesagt. "Das ist, als wenn man vorher gehbehindert war und plötzlich wieder richtig laufen kann." Für die Weltmeisterin von 2015 ist das "jetzt ein ganz anderes Kugelstoßen, es geht alles viel leichter".

"Olympia war mein Ziel"

Schwanitz hatte bei der Leichtathletik-WM im Oktober 2019 in Doha überraschend Bronze gewonnen. Schwanitz begrüßte, dass die Tokio-Spiele wegen der Corona-Pandemie erst 2021 stattfinden sollen und freut sich bereits auf ein "super nächstes Jahr": Da stehen neben Olympia voraussichtlich auch eine Hallen-WM und -EM an. Die ursprünglich für 2021 geplante Freiluft-WM in Eugene/USA soll 2022 stattfinden.

Trotz der Verschiebung der Sommerspiele in Tokio denkt sie nicht an ihr Karriereende. "Olympia war mein Ziel, als ich nach der Geburt meiner Zwillinge überhaupt wieder angefangen habe", hatte sie kürzlich gesagt. "So lange es Spaß macht", plane sie weiterzumachen - auch über 2021 hinaus.

Wegen der Coronakrise waren die für den 24. Juli bis 9. August 2020 geplanten Spiele auf den 23. Juli bis 8. August 2021 verschoben worden. Doch die Anzeichen verdichten sich, dass es noch auf längere Sicht schwierig sein wird, die Pandemie weltweit in den Griff zu bekommen. Mehrere Experten glauben daher nicht, dass die Olympischen Spiele nächstes Jahr stattfinden können.

Quelle: ntv.de, dbe/dpa