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Polen, Schweden, Slowenien Schwere DHB-Gegner

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Unglückliche Losfee: Bundestrainer Heiner Brand.

(Foto: dpa)

Das DHB-Team muss in der EM-Vorrunde in der sogenannten "Todesgruppe" C mit Polen, Slowenien und Schweden antreten - obwohl Bundestrainer Heiner Brand bei der Auslosung seine Hände im Spiel hatte. Die deutschen Gegner im Kurzporträt.

Polen

Das bislang letzte Duell mit der DHB-Auswahl ging zwar verloren, am Ende durfte Polen aber dennoch jubeln: Trotz einer 23:30-Niederlage gegen Deutschland in der Vorrunde holte sich das Team von Bogdan Wenta bei der WM im vergangenen Jahr später die Bronzemedaille, während der große Nachbar nach dem Scheitern in der Hauptrunde leer ausging. Auch bei der EM in Österreich gehört der Vize-Weltmeister von 2007 wieder zu den Medaillenanwärtern.

Das polnische Team, das bei der letzten EM vor zwei Jahren als Siebter enttäuschte, kann auf eine gereifte und über die Jahre zusammengewachsene Mannschaft bauen. Leistungsträger sind die Bundesliga-Legionäre wie die Rückraum-Asse Karol Bielecki (Rhein-Neckar Löwen) und Michal Jurecki (TuS N-Lübbecke) sowie die Lijewski-Brüder Marcin und Krysztof (beide HSV Hamburg). Am Kreis ist Bartosz Jurecki (SC Magdeburg) erste Wahl. Rückhalt der Mannschaft ist der erfahrene Keeper Slawomir Szmal (Löwen).

Bilanz gegen Deutschland: 52 Spiele, 17 Siege, 5 Unentschieden, 30 Niederlagen.

Slowenien

Der Star ist der Trainer: Zvonimir Serdarusic ist seit einem halben Jahr Coach der slowenischen Auswahl und will mit dem EM-Zweiten von 2004 für eine Überraschung sorgen. Für den ehemaligen Meistermacher des THW Kiel, dessen Verwicklung in den vermeintlichen Manipulationsskandal beim THW bis heute nicht komplett geklärt ist, ist es das Debüt als Nationaltrainer bei einem großen Turnier.

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Mit allen Wassern gewaschen: Sloweniens Trainer Noka Serdarusic.

(Foto: dpa)

Die letzten Duelle der Slowenen mit der DHB-Auswahl liegen erst wenige Monate zurück. Bei der Qualifikation zur EM unterlag man dem dreimaligen Weltmeister in Hin- und Rückspiel. Ihren größten Erfolg feierte die Handball-Nation auch bei einer Niederlage gegen Deutschland: 2004 wurde man nach dem verlorenen Finale im eigenen Land Vize-Europameister.

Die wichtigsten Stützen der Mannschaft sind Spielmacher Uros Zorman von RK Celje sowie der ehemalige Kieler Rechtsaußen Vid Kavticnik (HB Montpellier). Hinter der Form des langjährigen THW-Stars steht allerdings aufgrund von anhaltenden Knieproblemen ein Fragezeichen.

Bilanz gegen Deutschland: 17 Spiele, 5 Siege, 0 Unentschieden, 12 Niederlagen.

Schweden

Der Rekord-Europameister ist auf dem Weg zurück zu alter Stärke: Nach Jahren des Umbruchs will Schweden bei der EM an frühere Erfolge anknüpfen und mit einer Mischung aus erfahrenen und vielen jungen Spielern endlich einmal wieder bei einem großen Turnier an die Tür zum Halbfinale klopfen. Der letzte Podiumsplatz liegt immerhin schon acht Jahre zurück.

Der viermalige EM-Titelträger (1994, 1998, 2000, 2002) musste in den vergangenen Jahren zahlreiche Enttäuschungen verkraften. So konnten sich die Skandinavier weder für die Olympischen Spiele 2004 und 2008 noch für die EM 2006 sowie die WM 2007 qualifizieren. Erst der siebte Platz bei der WM im vergangenen Jahr war wieder ein erstes Lebenszeichen des dreimaligen Olympia-Zweiten. Spätestens bei der WM 2011 im eigenen Land soll wieder Edelmetall her.

Die Hoffnungsträger sind zwei Ex-Nationalspieler aus den glorreichen 90er Jahren: Staffan Olsson und Ola Lindgren übernahmen das Team 2008 und führten es allmählich wieder heran an die europäische Spitze.

Im rechten Rückraum reift hinter Führungsspieler Kim Andersson (THW Kiel) eines der größten Talente des Welthandballs heran: Der Flensburger Oscar Carlen, Sohn des heutigen SG-Trainers und früheren Welt- und Europameisters Per Carlen, verkörpert die Zukunft der Tre Kroner. Insgesamt stehen in Österreich ein halbes Dutzend Bundesliga-Legionäre im Kader.

Bilanz gegen Deutschland: 95 Spiele, 47 Siege, 11 Unentschieden, 37 Niederlagen.

Quelle: n-tv.de, sid