Sport

Wohl an Kapitol-Sturm beteiligt Schwimm-Olympiasieger war bei Trump-Mob

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Klete Keller stürmte wohl das US-Kapitol, bei den Krawallen starben fünf Menschen.

(Foto: REUTERS)

Der Sturm auf das US-Kapitol sorgt bei vielen Sportlern in den Vereinigten Staaten für Entsetzen. Ein doppelter Olympiasieger hat aber wahrscheinlich sogar daran teilgenommen. Auf Videoaufzeichnungen ist mutmaßlich der Ex-Schwimmer Klete Keller als Teil von Donald Trumps Mob zu erkennen.

Am Sturm auf das US-Kapitol in Washington war offenbar auch ein Schwimm-Olympiasieger beteiligt. Videoaufnahmen des Angriffs militanter Anhänger des Noch-Präsidenten Donald Trump legen nahe, dass der Amerikaner Klete Keller Teil des wütenden Mobs war. Der 38-Jährige gewann 2004 und 2008 in der 4x200-m-Freistilstaffel mit dem Rekordolympiasieger Michael Phelps die Goldmedaille, zudem holte er 2000 und 2004 Bronze über 400 m. Staffelsilber gewann er einmal.

Mehrere US-Medien berichten, dass Keller auf dem Videomaterial erkannt worden sei. Zu sehen ist ein großer Mann, der einen Trainingsanzug des US-Olympiateams trägt und sehr große Ähnlichkeit mit dem Schwimmer hat. Ob er an Gewalttätigkeiten beteiligt war, geht aus den Bildern nicht hervor. Am vergangenen Mittwoch hatten wütende Unterstützer des abgewählten Trump das Kapitol in der US-Hauptstadt gestürmt, fünf Menschen kamen bei den Krawallen ums Leben.

Keller nicht auf den Fahndungslisten

Das Fachmagazin "Swimming World" berichtet, Keller sei ein treuer Anhänger Trumps und habe sich in der Vergangenheit öffentlich zum abgewählten US-Präsidenten bekannt. Seine Kanäle in den sozialen Medien sind allerdings gelöscht worden oder nicht mehr aufrufbar. Das Magazin schreibt weiter, dass Keller nicht verhaftet wurde und nicht auf den Fahndungslisten der Polizei stehe.

Viele andere US-Sportler haben entsetzt auf den Sturm von Anhängern Trumps auf das Kapitol reagiert und eine offensichtliche Ungleichbehandlung angeprangert. Im Gegensatz zur Absicherung der Regierungsgebäude im Sommer wegen der Demonstrationen unter dem Motto "Black lives Matter" habe er weder die Armee noch die Nationalgarde gesehen, sagte etwa der Trainer der Philadelphia 76ers, Doc Rivers.

Die Basketball-Profis der Boston Celtics um Nationalspieler Daniel Theis und von Vizemeister Miami Heat hatten beim Abspielen der Nationalhymne vor ihrer Partie gekniet. Zudem veröffentlichten die Spieler eine gemeinsame Stellungnahme. "Der drastische Unterschied zwischen dem Weg, wie Demonstranten im vergangenen Frühjahr und Sommer behandelt wurden, und der Ermunterung für die Demonstranten heute, die illegal gehandelt haben, zeigt, wie viel mehr Arbeit wir zu erledigen haben", hieß es.

Quelle: ntv.de, dbe/sid