Sport

Debatte um Cheerleading Seehofer regt gemischte Gruppen an

96594484.jpg

Inzwischen hat sich die Cheerleading-Gruppe aufgelöst.

(Foto: picture alliance / Soeren Stache)

Der Basketball-Verein Alba Berlin verbannt seine Cheerleader bei Heimspielen vom Parkett. Sportminister Seehofer schlägt nun einen Ausweg vor. Seine CSU-Parteikollegin Bär hat für die Berliner Entscheidung indes gar kein Verständnis.

In die Debatte um Cheerleader-Auftritte bei Sportveranstaltungen hat sich nun auch Bundessportminister Horst Seehofer eingeschaltet. "Wenn die Besetzung nur mit Frauen als nicht mehr zeitgemäß empfunden wird, könnten wir das verändern", sagte der CSU-Politiker der "Bild am Sonntag". Gemischte Cheerleading-Teams verstünden es durchaus zu begeistern. Hintergrund ist die Entscheidung des Basketball-Bundesligisten Alba Berlin, die Auftritte bei seinen Heimspielen abzuschaffen.

Seehofer zeigte sich überzeugt, dass eine neue Zusammensetzung der Teams "auch viel stärker unsere Gesellschaft und die Zusammensetzung der Fans abbilden" würde. Eine generelle Abschaffung der weiblichen Cheerleader-Gruppen auch bei anderen Vereinen lehnte er aber ab: "Cheerleading ist ein Sport mit langer und internationaler Tradition." Die Vereine müssten jeweils selbst darüber entscheiden.

Dagegen kritisierte Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär, die Entscheidung von Alba Berlin. "Ich selbst habe während meines Highschool-Aufenthalts in den USA Cheerleader als große sportliche Stars erlebt", sagte sie der Zeitung. "Cheerleading bedeutet harte Auswahlverfahren, intensives Training und sportliche Höchstleistungen". Das Problem liege darin, "die Cheerleader als Pausenfüller zu bezeichnen und damit zu degradieren". Das werde ihrer Leistung "überhaupt nicht gerecht".

"Nicht mehr unsere Zeit"

Alba Berlin hatte vor Beginn der neuen Basketball-Saison mitgeteilt, dass die "Alba Dancers" in den Halbzeitpausen der Spiele künftig nicht mehr auftreten werden. Geschäftsführer Marco Baldi begründete dies damit, "dass das Auftreten junger Frauen als attraktive Pausenfüller bei Sportevents nicht mehr in unsere Zeit passt".

Derweil hat sich das Team der Tänzerinnen mittlerweile aufgelöst. Headcoach Valesca Stix sagte, dass die Entscheidung, die Alba Dancers aus dem Programm zu nehmen, "ein langer Prozess" gewesen und die Trennung deswegen "nicht überraschend" gekommen sei. "Ich kann verstehen, wenn man sich umorientieren möchte, aber die Begründung finde ich persönlich falsch", sagte sie weiter.

"Die jüngeren Mitglieder sind bei befreundeten Teams oder im Friedrichstadtpalast untergekommen. Die älteren suchen sich einen neuen Sport", sagte sie. Alba selbst will das Cheerleading im Nachwuchs zwischen fünf und 16 Jahren weiter fördern. Die Albambinis treten aber nicht mehr bei Spielen in der Mercedes-Benz-Arena auf, sondern nur noch zu Wettkämpfen an.

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP/dpa/

Mehr zum Thema