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Kurzarbeit ins Wimbledon-Finale Serena Williams greift nach Titel-Rekord

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In ihrem elften Finale in Wimbledon trifft Serena Williams am Samstag auf die Rumänin Simona Halep. Für Williams wäre es der achte Titel.

(Foto: REUTERS)

6:1, 6:2 in gerade einmal 59 Minuten - der Halbfinal-Erfolg von Serena Williams über Barbara Strycova war eine Demonstration der Stärke. Die US-Amerikanerin könnte bei einem Wimbledon-Erfolg die Bestmarke von Margaret Court einstellen. Ein anderer Grand-Slam-Rekord ist ihr bereits sicher.

Nach 59 Minuten erfolgreicher Kurzarbeit auf dem Centre Court von Wimbledon fiel der Jubel bei Serena Williams dezent aus. Eine Siegerfaust in Richtung der eigenen Box, ein kurzer Dank ans Publikum, dann lag der Fokus offenbar schon auf dem Finale. In nicht einmal einer Stunde hatte Williams die ungesetzte Tschechin Barbora Strycova 6:1, 6:2 vom Platz gefegt und war damit wie im Vorjahr ins Endspiel gestürmt. Die US-Tennis-Queen scheint bereit für den nächsten Griff nach ihrer Krone.

"Ich genieße es einfach. Es ist ein großartiges Gefühl", sagte Williams, die im Vorjahr im Endspiel gegen Angelique Kerber den Kürzeren gezogen hatte: "Ich habe einfach ein paar Matches gebraucht, um mich gut zu fühlen. Und jetzt, wo ich mich gut fühle, kann ich das tun, was ich liebe: gutes Tennis spielen." Das will Williams auch in ihrem elften Wimbledon-Finale, in dem sie am Samstag auf die Rumänin Simona Halep trifft - und nebenbei auch erneut einen Grand-Slam-Rekord anpeilt.

Bei einem Erfolg würde Williams durch ihren dann 24. Major-Titel mit der Australierin Margaret Court gleichziehen. Es wäre zudem der erste seit der Geburt ihrer Tochter 2017. Einen anderen Rekord hat Williams dagegen bereits sicher. Mit 37 Jahren und 291 Tagen ist sie nunmehr die älteste Grand-Slam-Finalistin in der Ära des Profitennis. Bislang wurde die Bestmarke von der großen Martina Navratilova gehalten, die 1994 in Wimbledon exakt 33 Tage jünger war.

Es geht ihr nicht um 23, 24 oder 25 Titel

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Mit 37 Jahren und 291 Tagen ist Serena Williams die älteste Grand-Slam-Finalistin in der Ära des Profitennis.

(Foto: imago images / Colorsport)

"Es geht nicht darum 23, 24 oder 25 Titel zu haben, sondern darum, alles zu geben", sagte Williams: "Ich werde auch ohne den Titel immer auf eine große Karriere zurückschauen können." Williams machte gegen Strycova von Beginn an einen konzentrierten Eindruck, verzog kaum eine Miene und platzierte mit energischer Präzision ihre Schläge. Strycova (33) hatte in ihrer Halbfinal-Premiere bei einem der vier Majors dieser Wucht von Williams kaum etwas entgegenzusetzen.

Unmittelbar vor Williams' Sieg hatte sich Halep gegen die Ukrainerin Jelena Switolina 6:1, 6:3 durchgesetzt und spielt nun um ihren zweiten Major-Titel nach dem French-Open-Sieg 2018. "Das ist ein großartiges Gefühl. Es ist einer der schönsten Momente meines Lebens", sagte Halep anschließend: "Es war nicht so einfach, wie das Ergebnis vermuten lässt."

Das Duell mit Switolina war von Beginn an geprägt von langen Grundlinienduellen. Den ersten Satz gewann Halep praktisch ohne einen echten Netzangriff. Doch auch so diktierte sie zumeist das Geschehen, Switolina versuchte aus der Defensive heraus zu kontern. "Ich musste in jedem Ballwechsel lange kämpfen. Aber ich denke, ich habe die richtige Taktik gewählt", sagte Halep. Für die 27-Jährige ist es nun die fünfte Endspiel-Teilnahme bei einem Grand-Slam-Turnier und die erste in Wimbledon. Nicht allzu vielversprechend ist allerdings ihre Bilanz gegen Williams. Von bislang zehn Duellen hat sie nur eines gewinnen können.

Quelle: n-tv.de, Pirmin Closse, sid

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