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Reaktionen zum Phantom-Tor "Skandalös. Absolut skurril"

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Hoffenheims Kai Herdling und Leverkusens Sebastian Boenisch diskutieren das Phantom-Tor.

(Foto: dpa)

Ein kleines Loch im Tornetz versetzt die Fußball-Welt in helle Aufregung. Kießlings Kopfballtreffer - der keiner war - wird nicht ohne Konsequenzen bleiben. Der Ruf nach einem Wiederholungsspiel wird immer lauter. Die Reaktionen von Beteiligten und Fußballprominenz zum Skandal-Tor in Hoffenheim:

Rudi Völler (Sportdirektor bei Leverkusen) über Schiedsrichter Byrch: "Er hat alles versucht, damit das Spiel noch 2:2 ausgeht."

Zum löchrigen Tornetz: "Die haben so viel Geld ausgegeben für das Stadion. Kleiner Tipp: das nächste Mal richtige Netze kaufen."

Stefan Kießling (Torschütze): "Jetzt im Nachhinein ist das eine Scheiß-Situation."

Andreas Beck (Hoffenheims Kapitän): "Ich habe gedacht, irgendwas stimmt mit meinen Augen nicht."

Markus Gisdol (Hoffenheims Trainer) zum Thema Wiederholungsspiel: "Alles andere wäre ja ein Witz."

Zum Thema Videobeweis: "Wir sind ja im großen Geschäft Bundesliga. Da muss es doch möglich sein, für 3,50 Euro so ein Ding da ans Tor zu hängen."

Alexander Rosen (Leiter Profifußball bei Hoffenheim): "Skandalös. Absolut skurril."

Felix Brych (Schiedsrichter): "Für mich ist das jetzt auch keine tolle Situation, ein Tor zu geben, das keins war."

Sami Hyypiä (Trainer Leverkusen): "Ich habe auch bisschen mixed feelings."

Eckhard Krautzun (Trainer-Urgestein und Augenzeuge vor Ort) "Unglaublich."

Markus Merk (früherer Weltschiedsrichter und Sky-Experte: "Man kann keinem der Beteiligten einen Vorwurf machen, weder dem Schiedsrichter noch Stefan Kießling. Es ist eine absolut unglückliche Situation. Ich habe 2007 schon gesagt: Manchmal wären technische Hilfsmittel im Extremfall äußerst vorteilhaft und würden alle Beteiligten aus der Schusslinie nehmen. Ich bin kein Justiziar. Es gibt die Tatsachenentscheidung im Fußball. Ich bin aber auch Fußballer mit Leib und Seele. Ich war und bin immer für Gerechtigkeit im Fußball. Für mich kann es nur eine Entscheidung geben: Wiederholungsspiel."

Thomas Helmer (1994 selbst Schütze eines Phantom-Tors, "Sport1"-Experte): "Es geht um Sekunden, und du weißt als Schütze selbst nicht so genau, ob er drin war. Kießling wird auch überlegt haben: Was mach ich jetzt, was ist passiert. Und diese Sekunden entscheiden darüber, bist du jetzt der liebe Junge oder der böse Bube. Es ist nicht nur der Fehler des Spielers, sondern auch der Fehler des Schiedsrichters. Es ist keine schöne Geschichte, ich bin sehr gespannt, was jetzt passiert. Das Spiel muss wiederholt werden, keine Frage."

Felix Magath (Trainer a.D., auf seiner Facebook-Seite): "Ein einfacher Blick auf Monitor und Zeitlupe hätte ausgereicht und allen Beteiligten wäre diese fatale Fehlentscheidung erspart geblieben. Stattdessen plagen wir uns nun wieder tagelang mit Debatten über ein Phantomtor. So etwas muss längst nicht mehr sein. Wie lange wollen wir uns im Fußball die Ignoranz gegen die Unterstützung von vorhandenen technischen Mitteln eigentlich noch antun? Eines sei aber auch noch gesagt, ein Bundesligist und Profiverein sollte in der Lage sein mit einem ordentlichen Tornetz in eine Bundesligapartie zu gehen."

Quelle: ntv.de