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"Sehr bitteres Ergebnis"Ski-Star Lindsey Vonn meldet sich nach schwerem Sturz

30.01.2026, 17:50 Uhr
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Lindsey Vonn ist die große Favoritin auf Olympia-Gold. Doch just bei der Generalprobe für die Winterspiele stürzt die Amerikanerin. Ihre Hoffnung auf einen Olympia-Start will sie aber nicht aufgeben.

Ski-Star Lindsey Vonn hat nach ihrem heftigen Sturz bei der Weltcup-Abfahrt von Crans-Montana ihre Hoffnung auf einen Start bei den Olympischen Winterspielen noch nicht aufgegeben. "Mein Olympia-Traum ist noch nicht vorbei", schrieb die 41-Jährige bei Instagram. Sie habe sich am linken Knie verletzt, bespreche die Situation mit ihren Ärzten und dem Team und werde sich weiteren Untersuchungen unterziehen. "Das ist ein sehr bitteres Ergebnis eine Woche vor den Olympischen Spielen… aber wenn ich eines kann, dann ist es ein Comeback", versicherte Vonn.

Die Olympiasiegerin aus den USA war bei dem Rennen in der Schweiz schon nach wenigen Fahrsekunden nach einem Sprung zu Fall gekommen und in ein Fangnetz gerutscht. Die 41-Jährige, die beste Abfahrerin des Winters und Favoritin auf Olympia-Gold, stand erst zögerlich wieder auf, nachdem sich einige Betreuer um die Sportlerin gekümmert hatten. Vonn konnte dann zwar wieder mit Ski ins Ziel rutschen, hielt sich dabei aber mehrfach das linke Knie.

Der US-Verband hatte anschließend mitgeteilt, dass Vonn medizinisch untersucht werde. Über Art und Schwere ihrer Verletzung gab die Rennläuferin keine Auskunft. Wenn sie weitere Informationen habe, werde sie diese mitteilen, schrieb sie. Vonn war zur vorigen Saison mit einer Teilprothese im rechten Knie in den Weltcup zurückgekehrt. Sie wagte das Comeback mit dem großen Ziel, bei den Winterspielen in dieser Saison in Cortina d'Ampezzo noch einmal eine Medaille zu gewinnen.

"Es ist ein harter Tag"

Weil die Sicht auf die unruhige Piste wegen Schneefalls immer schlechter wurde, wurde das Rennen nach Vonns Sturz abgebrochen. Die Athletinnen im Startbereich, darunter Emma Aicher und Kira Weidle-Winkelmann, reagierten mit großem Unverständnis. "Alle haben gesagt: Wir verstehen die Absage nicht so hundertprozentig", meinte Athletensprecherin Cornelia Hütter aus Österreich. Renndirektor Peter Gerdol hielt dem entgegen: "Wir wollen keine Verletzungen haben."

Die Piste, meinte DSV-Alpinchef Wolfgang Maier im ZDF, "war schon immer eine schwierige Abfahrt, die ein gewisses Limit von den Frauen fordert". Wegen der unregelmäßigen Verhältnisse sprach er von einer "extremen Herausforderung", die Stürze führte er auf "individuelle skifahrerische Fehler" zurück. Vonn-Teamkollegin Jacqueline Wiles, die zum Zeitpunkt des Abbruchs in Führung gelegen hatte, berichtete: "Es hat sich nicht wie irgendetwas Verrücktes angefühlt." Dennoch zeigte sie Verständnis für die Jury: "Es ist ein harter Tag. Man sollte jede schützen."

Über dem Rennwochenende liegt ein Schatten, der Weltcup steht ganz im Zeichen der Brandkatastrophe von Crans-Montana am 1. Januar. Der Zielbogen ist in Schwarz gefärbt, es gibt keine Partys, die Sponsoren verzichten auf ihre Werbeflächen, auf den Banden wird der Opfer gedacht: "Unsere Gedanken sind bei euch."

Weidle-Winkelmann fand es "trotzdem gut, dass wir Rennen fahren können". Das gilt für sie nun erst am Samstag. Dann ist ein Super-G angesetzt, am Sonntag (jeweils 11 Uhr) soll als letztes Rennen vor Olympia eine Männer-Abfahrt stattfinden.

Quelle: ntv.de, ses/sid/dpa

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