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Statt Schmerzen zu stillen Teamarzt sticht Loch in Lunge von Sportler

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Taylor spielt seit 2019 für die Los Angeles Chargers.

(Foto: imago images/Icon SMI)

Statt auf dem Football-Feld zu stehen, landet Quarterback Tyrod Taylor im Krankenhaus. Denn der Arzt seines NFL-Teams setzt eine Spritze falsch und verletzt dabei die Lunge des Sportlers. Ihm droht ein langer Ausfall, aber es gibt auch eine gute Nachricht.

Der Mannschaftsarzt des NFL-Teams Los Angeles Chargers hat Quarterback Tyrod Taylor vor dem Football-Spiel gegen den Super-Bowl-Champion Kansas City Chiefs am Sonntag versehentlich die Lunge punktiert. Wie ESPN berichtet, wollte der Arzt dem 31-Jährigen eigentlich eine schmerzstillende Spritze zwischen die Rippen setzen. Dabei habe er allerdings die Lunge verletzt. Wie lange Taylor aufgrund dieses Fehlers ausfällt, ist offen.

Der Fehler hatte aber auch schon gravierende unmittelbare Folgen. Taylor verpasste das Spiel und musste mit Atemproblemen ins Krankenhaus, Rookie-Quarterback Justin Herbert sprang ein und zeigte eine überzeugende Leistung. Die Chargers verloren erst nach Verlängerung 20:23. Wahrscheinlich wird Herbert auch am Sonntag gegen die Carolina Panthers spielen.

Damit erklärt sich allerdings, wieso Chargers-Coach Anthony Lynn trotz des Ausfalls nur lobende Worte für Taylor fand. Denn viele Trainer sind der Meinung, dass ein Spieler seine Position als Starter nicht aufgrund einer Verletzung verlieren sollte - gerade dann, wenn sie nicht auf dem Feld passiert ist, sondern von einem Teamdoktor verursacht wurde.

Taylor hatte zuvor beim Sieg gegen die Cincinnati Bengals eine Rippenverletzung erlitten, die erst im Laufe der Woche als solche diagnostiziert worden war. Die Injektion, die der Quarterback erhalten sollte, ist ESPN zufolge "nicht völlig unüblich", aber doch risikobehaftet. Denn der Arzt führe diese aus, ohne genau sehen zu können, wohin sich die Nadel bewege. Den Quellen der US-Sportsenders zufolge sei es aber "selten", dass ein Spieler dabei eine punktierte Lunge erleide, "besonders kurz vor Spielbeginn".

Die Spielergewerkschaft NFLPA hat eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet. "Unser medizinisches Team und unsere Juristen haben Kontakt zu Tyrod und seinem Berater aufgenommen und sammeln die Fakten." Immerhin: Seinen Stammplatz soll Taylor dadurch nicht verlieren. "Wenn er bei 100 Prozent ist, ist er unser Quarterback", so Chargers-Coach Lynn.

Quelle: ntv.de, tsi/sid