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Zoff bei Schalke Tönnies gegen Assauer

Nach heftiger Kritik von Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies an seiner Person sucht Manager Rudi Assauer vom Fußball-Bundesligisten Schalke 04 ein klärendes Gespräch. "Wir werden uns in den nächsten zwei oder drei Tagen zusammensetzen. Es wird um die Inhalte gehen, die Schalke 04 betreffen", sagte Assauer am Donnerstag.

Tönnies hatte den Manager in einem Interview in der Süddeutschen Zeitung nach der Entlassung von Trainer Jupp Heynckes kritisiert und dem starken Mann im Klub bei ausbleibenden sportlichen Erfolgen sogar mit Konsequenzen gedroht. "Wenn er jetzt noch mal daneben greift, dann kriegt er es schwer - mit dem Aufsichtsrat und mit den Vorstandskollegen, weil er immer stur seine Meinung vertreten hat", sagte Tönnies. "Wir sind uns einig, dass wir das jetzt noch mittragen, weil es auch sachliche Gründe für den Trainerwechsel gab, aber er weiß, dass er mit dem Feuer spielt und jetzt Erfolg haben muss, sonst sehe ich ihn in Gefahr."


"Der Zeitpunkt des Interviews hat mich überrascht, denn wir haben derzeit nicht unerhebliche Baustellen. Da ist es nicht nötig, noch eine weitere aufzumachen", meinte nun Assauer. Er wisse, dass es an seiner Person überall Kritik gäbe, "doch man kann es nicht allen recht machen". Wer Clemens Tönnies kenne, der wisse auch, dass dieser "ab und zu solch eine Geschichte raushaut".

Der Fleischfabrikant aus Rheda-Wiedenbrück hatte auch bestritten, dass einige Spieler Heynckes Entlassung vorangetrieben hätten. "Das Problem Heynckes war kein Problem der Mannschaft, sondern eines von Rudi Assauer. Die beiden sind miteinander nicht klar gekommen", erklärte Tönnies.

Zu den Äußerungen von Tönnies zu seiner Vereins- und Personalpolitik meinte Assauer: "Ich kann mich nicht erinnern, dass es in den letzten Jahren eine Entscheidung gegeben hat, die nicht mit dem Vorstand oder Aufsichtsrat abgestimmt wurde."

Man müsse sich jetzt gemeinsam mit Assauer überlegen, wie es weitergeht, so Tönnies weiter: "Er ist 60 Jahre alt, und für einen Patriarchen kann es schlimm sein, zu spät abzudanken. Ich war nicht glücklich über diese Trainerentlassung, das gebe ich zu." Am 13. Oktober soll bei einer Vorstands- und Aufsichtsratssitzung die sportliche Situation erörtert werden.

Quelle: ntv.de