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Nicht "aus Schwäche" umbenennen Trump mischt sich in "Redskins"-Debatte ein

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Für Donald Trump wäre eine Umbenennung der Washington Redskins ein Zeichen der Schwäche.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

"Redskins" ist "eine rassistische Beleidigung mit hasserfüllten Konnotationen", stellt ein Großsponsor des NFL-Teams aus Washington fest. Entsprechend ist derzeit wieder eine Debatte im Gang, den Namen zu ändern. Der Coach ist dafür, die Sponsoren sind dafür. US-Präsident Trump aber ist - natürlich - dagegen.

Der Druck in der Debatte um den als rassistisch empfundenen Namen des NFL-Teams Washington Redskins nimmt zu. Doch US-Präsident Donald Trump äußert einmal mehr eine andere Sicht. Die Sponsoren der Football-Mannschaft und der Politiker aus dem Weißen Haus vertreten gänzlich gegensätzliche Standpunkte. Mittendrin sind die Besitzer, die sich ihrerseits offenbar nicht einig sind.

Nach der Aufforderung von Stadion-Sponsor Fedex, sich vom Beinamen Redskins (Rothäute) zu trennen, und entsprechender Unterstützung durch weitere große Geldgeber wie Nike und Pepsi entfernten die Händler-Riesen Walmart und Target am Montag Produkte mit dem Namen und Logo aus ihrem Angebot. Die Signale für einen gewünschten Wandel sind klar: "Wir haben dem Team in Washington unsere Bitte mitgeteilt, den Namen des Teams zu ändern", schrieb Fedex in einer Mitteilung. "'Redskins' bleibt ein entmenschlichendes Wort, das Menschen durch ihre Hautfarbe kennzeichnet, und eine rassistische Beleidigung mit hasserfüllten Konnotationen."

Trump dagegen positionierte sich erwartungsgemäß auf der ganz anderen Seite: Bei Twitter schrieb der US-Präsident am Montag, man benenne Teams aus einer Stärke heraus und nicht einer Schwäche. Nun sehe es so aus, als würden die Washington Redskins - ebenso wie die Baseballer der Cleveland Indians - ihre Namen ändern, um sich politisch korrekt zu verhalten.

Coach fände neuen Namen zur neuen Saison großartig

Ein neuer Name für die Washington Redskins noch vor Beginn der neuen Saison im American Football wäre aus Sicht von Trainer Ron Rivera großartig. Er spreche seit mehr als einem Monat darüber mit Eigentümer Daniel Snyder, sagte Rivera der "Washington Post". Ein solcher Schritt dauert nach Angaben von Experten aber normalerweise Monate, wenn nicht sogar Jahre in der Vorbereitung.

Der Trainer berichtete von zwei Vorschlägen, die ihm sehr gut gefielen. Rivera sagte, er glaube, dass das wichtigste Kriterium für einen neuen Namen sei, dass er die Kultur und Traditionen der amerikanischen Ureinwohner respektiere und auch eine Hommage an das Militär darstelle. Als Sohn eines Armeeoffiziers sei Rivera auf Militärbasen aufgewachsen. Viele Ureinwohner Amerikas dienten im Militär - und er glaube, dass der neue Name dies widerspiegeln sollte. Teambesitzer Snyder stimme dem zu.

Auslöser für die seit Jahren schwelende Debatte sind die anhaltenden Proteste gegen Rassismus in den USA. Die Demonstrationen sind zwar vor allem unter dem Slogan "Black Lives Matter" ("Schwarze Leben zählen") unterwegs, haben aber im Land für eine bislang ungekannte Sensibilisierung für Rassismus nicht nur gegenüber Afroamerikanern gesorgt.

Interessensgemeinschaften und Anwälte amerikanischer Ureinwohner äußerten in einem Brief an die NFL ihre Forderung, den Teambesitzer Dan Snyder zu einer Namensänderung weg von Redskins zu zwingen. Snyder ist seit 1999 Mehrheitseigner des Teams und hatte sich in der Vergangenheit vehement gegen einen neuen Namen gewehrt. Am Freitag aber signalisierte er nach dem Druck durch Fedex in einer Stellungnahme erstmals öffentlich die Bereitschaft zum Nachdenken.

Unter den Besitzern des Teams gibt es laut Medienberichten zudem schon länger Uneinigkeit. So sollen sich nach Angaben der "Washington Post" drei Investoren - darunter Fedex-Vorstandschef Frederick Smith - von ihren Anteilen trennen wollen, weil sie nicht mehr mit Snyder zusammenarbeiten wollen. Einen Zusammenhang mit der Debatte um den Team-Namen stellt die Zeitung nicht her.

Quelle: ntv.de, ter/dpa