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"Fühlte mich wie ein Opfer" US-Sprinter Coleman fordert Entschuldigung

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Christian Coleman darf nun doch bei der WM in Doha starten.

(Foto: imago images / Digitalsport)

Christian Coleman wird eines Dopingvergehens beschuldigt, die Ermittlungen werden wegen einer Formalie aber rasch eingestellt. Nun legt der US-Sprinter seine Sicht der Dinge dar und verlangt von der US-Anti-Doping-Agentur eine Entschuldigung.

US-Sprinter Christian Coleman fordert eine Entschuldigung von der US-Anti-Doping-Agentur Usada. Er sei zu Unrecht eines Dopingvergehens beschuldigt worden, seine Reputation als sauberer Athlet sei beschädigt worden. Zudem habe er durch verpasste Rennen 150.000 Dollar Einnahmen verloren. Das sagt er in einem fast 20-minütigen Video, in dem er seine Sicht der Dinge darlegt.

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Gegen den 23-Jährigen war ermittelt worden, weil er drei Dopingtests innerhalb eines Jahres verpasst hatte, was zu einer Sperre hätte führen können. Die Usada hatte den Fall bekannt gemacht und Ermittlungen eröffnet. Nach den Anti-Doping-Regularien wurden zwei der verpassten Termine allerdings zurückdatiert - und fallen somit nicht mehr in ein Jahr. Die Usada stellte die Ermittlungen ein, nachdem Colemans Anwalt dies klargestellt hatte.

"Leicht, einen Test zu verpassen"

"Ich kann mir einen Anwalt leisten und habe die besten Leute für meine Verteidigung, aber viele Menschen verdienen nicht viel Geld und wenn du ein Unbekannter bist, wirst du eventuell von der Usada überfahren", sagt Coleman in dem Video. Der Silbermedaillengewinner der WM 2017 gilt als Goldmedaillenkandidat bei der Leichtathletik-WM in Doha Ende des Monats sowie bei den Olympischen Spielen im kommenden Jahr in Tokio über die 100 Meter.

"Ich fühlte mich wie ein Opfer, ich fühlte mich angegriffen", so Coleman. Seiner Darstellung nach kam es zu den verpassten Tests, weil er zweimal vergessen habe, seine Daten zu aktualisieren. Einmal habe er zudem keinen Anruf der Kontrolleurin erhalten. Er sei ein sauberer Athlet, beton er, er werde "30 bis 40 Mal im Jahr" getestet, "das ist eine verrückte Menge". Die Usada hatte bislang 20 Tests in den Jahren 2018/19 berichtet. "Die Menschen begreifen nicht, wie leicht es ist, einen Test zu verpassen", so Coleman. "Manchmal vergisst du, die App zu aktualisieren, aber das hat nichts mit Doping zu tun oder dem Versuch, einem Test auszuweichen." Er vergesse über die Formalien manchmal, dass er ein "menschliches Wesen" ist.

Quelle: n-tv.de, ara