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"Jetzt geht es erst richtig los" US-Team macht America's Cup zur Schlacht

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Vor allem die Segelmanöver sind ausschlaggebend für den ersten Sieg von Team USA beim America's Cup.

(Foto: REUTERS)

Ein Sieg in sechs Rennen steht für die USA beim America's Cup gegen Neuseeland zu Buche. Was nach einer bescheidenen Bilanz klingt, lässt den Titelverteidiger tönen. Das Team habe "Blut geleckt", das nächste Comeback-Wunder sei möglich. Neuseeland bleibt cool.

Kein Interview war ihm zuviel, jedes Mikrofon war ihm recht: Der ersehnte erste Sieg im sechsten Finalrennen um dem America's Cup löste Titelverteidiger Jimmy Spithill umgehend die Zunge. Plötzlich war der Trashtalker ganz in seinem Element.

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US-Skipper Jimmy Spithill spuckt große Töne.

(Foto: REUTERS)

"Jetzt geht es erst richtig los", polterte der Skipper von Oracle USA und verdrängte dabei so laut wie beharrlich den aktuellen Zwischenstand im Kampf um die älteste Sporttrophäe der Welt. Schließlich ist die 4:1-Führung der neuseeländischen Herausforderer nach wie vor komfortabel.

Aber, so der großmäulige Australier weiter, vor vier Jahren habe man ja schließlich sogar nach einem 1:8-Rückstand dank einer historischen Aufholjagd noch 9:8 gegen die "Kiwis" gewonnen: "Wenn meine Jungs einmal die Erfahrung gemacht haben, dass ihr Boot das Schnellere ist, dann haben sie Blut geleckt und lassen nicht mehr locker."

Beim Speed auf Augenhöhe

Tatsächlich trug die fünftägige Optimierungsarbeit beim Cupverteidiger erste Früchte. Vom Speed her zog die US-Crew mit den Neuseeländern bei beiden Regatten vor den Bermudas nahezu gleich. Kommentar Spithill: "Wir haben ja während der Rennpause auch fünfmal so hart gearbeitet." Details blieben geheim. Offenkundig war aber, dass auf dem Katamaran weiter an Gewicht gespart wurde.

Ausschlaggebend waren diesmal die Segelmanöver: In Rennen fünf warfen zwei Strafen die US-Crew entscheidend zurück. Im sechsten Durchgang "versegelte" sich der neuseeländische Steuermann Peter Burling und manövrierte sein "Tretboot" mit strampelnden statt kurbelnden Grindern in ein kleines Flautenloch. Nach dem ersten kleinen sportlichen Dämpfer setzte sich der bislang eher zurückhaltende Burling energischer als gewohnt verbal gegen seinen Kontrahenten zur Wehr: "Es ist doch nur gut, dass die Amerikaner endlich besser segeln. Nun haben wir die Schlacht, die wir eigentlich schon am vergangenen Wochenende erwartet hatten."

Neuseeland weiter favorisiert

Die Favoritenrolle liegt dabei nach wie vor beim Team New Zealand, denn von den Meteorologen wurden auch für die kommende Tage vorwiegend leichte bis mittlere Winde prognostiziert. Das dürfte nach übereinstimmenden Expertenmeinungen der "Aotearoa" helfen. Für den Sieg sind sieben Siege notwendig.

Allerdings leistete sich 49er-Olympiasieger Burling bei der sechsten Regatta den ersten groben taktischen Fehler, der auch prompt bestraft wurde. Für seinen US-Rivalen eine Steilvorlage, um den Druck gezielt zu erhöhen. "Wir", sagte Spithill und machte eine nicht enden wollende Sprechpause, "haben an Bord noch nie die Nerven verloren."

Quelle: ntv.de, Andreas Frank, sid