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Auch Elbphilharmonie warnt Viagogo darf keine Fifa-Tickets verkaufen

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Er braucht kein Viagogo-Roulette: Bundestrainer Löw bei der Auslosung der WM-Gruppen.

(Foto: picture alliance / Christian Cha)

Die Ticketplattform Viagogo ist bei Sportfreunden und Konzertgängern umstritten. Immer wieder bietet das Portal Karten zu überhöhten Preisen an - und nicht in allen Fällen besitzt es diese überhaupt. Nun hat die Fifa geklagt - und die Elphi bemüht Juristen.

Die umstrittene Ticketplattform Viagogo darf vorerst keine Eintrittskarten für die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland anbieten. Das hat das Landgericht Hamburg in einer einstweiligen Verfügung entschieden, wie ein Sprecher bestätigte. Damit hat sich der Fußball-Weltverband Fifa in dem Streit mit der in der Schweiz ansässigen Ticketbörse durchgesetzt. Viagogo darf erst dann Karten anbieten, wenn sie diese durch die Fifa zugeteilt bekommt oder in deren Besitz ist. Bei Verstößen muss das Unternehmen mit einem Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro oder Ordnungshaft von bis zu sechs Monaten rechnen.

Schon jetzt WM-Tickets anzubieten sei eine "ein irreführendes Verhalten, das gegen das deutsche Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) verstößt", heißt es in der Verfügung. Das Anbieten noch nicht vorhandener und überteuerter Tickets sei eine gezielte Behinderung der Fifa mit Blick auf deren Ticketverkauf. Der Gerichtsbeschluss trage zum Schutz des von der Fifa konzipierten fairen Preis- und Vertriebssystems für WM-Tickets bei, heißt es. 

Die Fifa beginnt mit dem Versand von WM-Karten an die Fans im April 2018. "Für Fans, die Tickets über nicht zugelassene Kanäle beziehen, besteht daher das Risiko, dass sie ihre bestellten und bezahlten Tickets letztlich nicht erhalten", teilte die Organisation mit. Zudem ist der Weltverband berechtigt, sämtliche Tickets aus nicht zugelassenen Vertriebskanäle für ungültig zu erklären. Offizieller Vertriebskanal ist ausschließlich FIFA.com/tickets.

Auch Elbphilharmonie warnt

Erst jüngst hatte die Hamburger Elbphilharmonie vor betrügerischen sogenannten Leerverkäufen mit noch gar nicht existierenden Konzerttickets gewarnt. Diese würden über die Onlineplattform Viagogo bereits zu einem Vielfachen des geplantes Preises angeboten, erklärte das Konzerthaus. Da die Karten erst zu einem späteren Zeitpunkt zugelost würden, könne jedoch kein Verkäufer eine spätere Lieferung garantieren.

Die Elbphilharmonie warnte öffentlich, weil die Website nicht auf Beschwerden reagierte. Zugleich schaltete sie außerdem auch die Verbraucherzentralen sowie die sogenannte Wettbewerbszentrale der deutschen Wirtschaft ein.

Den Angaben zufolge werden die Tickets für eine Konzertreihe im Juni für bis zu 495 Euro angeboten, obwohl sie für maximal 24 Euro ausgegeben werden sollen. Aktuell ist demnach noch keine einzige Karte im Umlauf. Sie werden erst nach Ende der Bestellfrist am 16. Februar unter den Interessenten verlost und dann verschickt.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa/AFP