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Vor dem DFB-Pokal Viele Schicksalspiele

Das Viertelfinale im DFB-Pokal verspricht Spannung pur. Denn die heutigen Spiel könnten zu Schicksalsspielen werden: für den 1. FC Köln, für Michael Ballack, für Mario Basler und natürlich für Stefan Effenberg, Ottmar Hitzfeld und den ganzen FC Bayern.

FC Hollywood

Beim deutschen Rekordmeister krieselt es seit der 1:5 Niederlage gegen Schalke ganz gewaltig. Am stärksten in der Kritik ist Mittelfeld-Regisseur Stefan Effenberg. Mit ihm in der Aufstellung hat der FC Bayern in dieser Saison noch nicht gewonnen. Doch auch Trainer Ottmar Hitzfeld muss sich Kritik gefallen lassen.

Nachdem Paul Breitner am Montag Abend im Bayerischen Fernsehen Klartext gesprochen hat, meldete sich nun auch der ARD-Fußball-Experte Günter Netzer zu Wort. Die Leistungen von Stefan Effenberg nannte er "indiskutabel", Hitzfeld hielt er Fehler vor und ihm Spiel der Bayern-Profis vermisste er "Feuer und Bewegung". Die Worte vom historischen vierten Meistertitel in Folge bezeichnete Netzer als "Durchhalteparolen". Nicht auszudenken, wie es beim "FC Hollywood" weitergeht, wenn sie heute auf dem Betzenberg verlieren würden.

Führungsspieler

Um eben dies zu erreicht, tritt Mario Basler an. Der Ex-National- und Ex-Bayern-Spieler war von vielen zu Beginn der Saison schon aufs Abstellgleis geschoben worden. Von "Super-Mario" war nicht mehr viel zu hören – was auch an der niedrigeren Medienpräsents auf dem Betzenberg liegen kann. Seine Kritiker hatten ihn schon abgeschrieben. "Die habe ich alle Lügen gestraft", sagte der 33-Jährige, der in einer starken Lauterer Mannschaft eine gute erste Saisonhälfte gespielt hat. Er wird gegen seinen ehemaligen Club wohl alles geben.

Alles geben und damit seinen Marktwert unter Beweis stellen, dass ist das Ziel von Michael Ballack. Schon in Leverkusen will er sich für die nächste Saison einen Stammplatz beim FC Bayern erspielen. Unter dem Bayer-Kreuz ist er mittlerweile Denker, Lenker und Torschütze in Personalunion. Auch wenn er als Deutscher Meister an die Isar gehen will – ein zusätzlicher Pokal kann nicht schaden, wenn man Beckenbauer und Hoeneß zeigen will, dass 6,15 Millionen Euro Ablösesumme nicht zuviel waren.

Feuertaufe

Zur Feuertaufe wird der heutige Abend für den Kölner Interimstrainer Christoph John. Nachdem sich der 1. FC Köln am Montag von Cheftrainer Ewald Lienen getrennt hat, muss John nun den Absturz des Kölner Vereins verhindern. Zwar ist der Klassenerhalt wichtiger als der Pokal – aber schon heute Abend kann John dafür Sorge tragen, dass er von Interims- zum Cheftrainer werden kann.

Quelle: ntv.de