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Mit "Rudi Riese" aus der Krise Völler-Elf schafft Remis

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat im ersten Relegationsspiel für die Qualifikation zur WM-Endrunde 2001 für eine gute Ausgangsposition im Rückspiel gesorgt. Die Elf von Teamchef Rudi Völler kam im Nationalstadion von Kiew vor 80.000 Zuschauern zu einem verdienten 1:1 (1:1)-Unentschieden.

Damit genügt dem DFB-Team im Rückspiel am 14. November im Dortmunder Westfalenstadion schon ein torloses Remis für die Teilnahme an der WM-Endrunde.

Im Nationalstadion von Kiew waren noch keine zwei Minuten gespielt, da gab es für die Mannschaft von DFB-Teamchef Rudi Völler bereits die erste Schrecksekunde. Nach einer Unachtsamkeit von Dietmar Hamann und einem Stellungsfehler von Thomas Linke tauchte Andrej Worobej völlig frei im deutschen Strafraum auf, traf mit seinem Schuss aber nur den linken Pfosten.

Linke hatte in der Anfangsformation den Platz des Dortmunders Christian Wörns eingenommen, der wegen einer Knieverletzung passen musste. In der Offensive fehlten der gelb-gesperrte Oliver Neuville und die beiden verletzten Kreativkräfte Sebastian Deisler und Mehmet Scholl. Der Schalker Gerald Asamoah füllte die Lücke und erhielt den Vorzug vor dem Dortmunder Mittelfeldspieler Lars Ricken.

Asamoah sollte neben dem Münchner Alexander Zickler als zweite Spitze agieren. „Wir haben die beiden schnellsten Stürmer aufgestellt, die wir im Kader haben, um auf Konter spielen zu können", sagte DFB-Trainer Michael Skibbe vor dem Anpfiff. Zudem feierte der Leverkusener Bernd Schneider sein Comeback in der Nationalelf nach mehr als zwei Jahren. Gemeinsam mit seinem Klubkollegen Michael Ballack, der auf ungewohnter Position direkt hinter den Spitzen spielte, sollte Schneider das deutsche Spiel ankurbeln.

Nach etwa zehn Minuten ließ der Anfangsschwung der Gastgeber zunächst nach, die deutsche Mannschaft blieb jedoch verunsichert und leistete sich mehrere Abspielfehler. In der 18. Minute vergrößerte sich die Unsicherheit des DFB-Team noch, als die Ukraine durch Gennadij Subow in Führung ging.

Ein Freistoß von Superstar Andrej Schewtschenko wurde in der Mauer von Marko Rehmer unglücklich zu Subow abgefälscht, der Kahn keine Abwehrchance ließ.

Acht Minuten später kam die deutsche Antwort. Zunächst traf Linke nach einer Ecke von Schneider per Kopf nur die Unterkante der Latte. Die folgende Ecke fand den frei stehenden Rehmer, dessen Kopfball von dem hinter der Linie stehenden Subow unter die Latte des eigenen Tores geköpft wurde. Schiedsrichter Stefano Braschi aus Itelien entschied nach kurzem Blick zu seinem Assistenten auf Weiterspielen.

In der 31. Minute gelang dann aber doch der Ausgleich. Zickler verlängerte per Kopf einen Freistoß von Schneider, und der bis dahin überhaupt nicht in Erscheinung getretene Ballack traf aus kurzer Distanz zum 1:1.

Nur eine Minute nach seinem vierten Länderspieltor leistete sich Ballack aber wieder einen Fehler, wodurch Schewtschenko völlig frei vor Kahn auftauchte. Der Bayern-Keeper reagierte aber glänzend und wehrte mit dem Fuß ab.

Der Stürmerstar des AC Mailand wurde nicht nur in jener Szene den hohen Ansprüchen nicht gerecht. Eine Stunde lang blieb er als hängende Spitze hinter den beiden Spitzen Rebrow und Worobej blass.

Danach beorderte ihn Trainer Waleri Lobanowski ins Sturmzentrum, wo er sich aber ebenfalls nicht durchsetzen konnte. Allerdings wäre ihm in der 71. Minute fast das 2:1 gelungen, doch Kahn entschärfte den Freistoß per Faustabwehr.

Es war die einzig wirklich gute Chance der Gastgeber in der zweiten Halbzeit. Denn die DFB-Auswahl kontrollierte nun über weite Strecken das Geschehen, geriet immer seltener in Verlegenheit und war am Ende sogar dem Siegtreffer nahe.

Nowotny steigerte sich von Minute zu Minute, und vor allem der Berliner Rehmer glänzte als zweikampf- und kopfballstarker Verteidiger. In der 55. Minute hatte er Pech, dass sein Kopfball von Lewitzki per Glanzparade pariert wurde. In der 75. Minute verfehlte Michael Ballack das Tor nur knapp.

Quelle: n-tv.de

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