Sport

Willenstarker Schottland-Coach Vogts versteht den Hass nicht

Schottlands Nationaltrainer Berti Vogts ist trotz der Misserfolge seiner Auswahl weiterhin von seinen Methoden überzeugt und hat offene Worte bezüglich einzelner Spieler gefunden.

“Ich werde keinen 35- oder 36-Jährigen zurückholen“, stellte Vogts in einem Interview klar. Nach Worten des Deutschen gebe es “gar keine andere Möglichkeit“, als den Neuaufbau voranzutreiben und verstärkt auf junge Spieler zu setzen.

Obwohl der Weltmeister von 1974 die schlechteste Startbilanz aller Auswahl-Coaches in der Geschichte der “Bravehearts“ vorzuweisen hat, bekomme er große Unterstützung vom Verband, der Liga und der Öffentlichkeit: “Ich habe die totale Rückendeckung. Ich gehe meinen Weg ohne Wenn und Aber.“

Kein Verständnis hatte er demgegenüber für die größtenteils harsche Presse-Kritik nach dem mageren 2:2-Remis im Europameisterschafts-Qualifikationsspiel auf den Färöer-Inseln: „Natürlich haben wir nicht gut gespielt, das Unentschieden ist eine Enttäuschung. Trotzdem kann ich nicht nachvollziehen, welcher Hass speziell meiner Person entgegengebracht wird.“

Die “Trümpfe“ hält er in der Hinterhand: “In der jetzigen Situation wird total vergessen, dass Schottland mit der besten Mannschaft noch 1999 ebenfalls 1:1 auf den Färöer-Inseln gespielt hat. Ich kann zahlreiche Ergebnisse aufführen, die nicht gerade berauschend sind. Aber das will niemand wahrhaben.“

Indes teilte der ehemalige Auswahltrainer Deutschlands auch selbst aus. “Die älteren Spieler wie Christian Dailly und David Weir, die beide in England spielen, haben mich enttäuscht“, öffnete Vogts sein Herz. An Rücktritt habe Vogts aber trotz der insgesamt miserablen Resultate nie gedacht, das entspräche nicht seiner Art.

Hinsichtlich der Qualifikation für die EM 2004 in Portugal sieht Vogts seine Mannschaft chancenlos auf den Sieg in der Gruppe 5. “Wir sind nicht arrogant, wir wussten vorher, dass wir gegen Island und Litauen um den zweiten Platz kämpfen.“ Den ersten Anwärter auf die Spitzenposition hat der Europameisterschafts-Coach von 1996 bereits auserkoren: “Deutschland, die zweitbeste Mannschaft der Welt, ist klarer Favorit auf den Gruppensieg.“

Quelle: ntv.de

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