Sport

Heftige Kritik aus Deutschland Wada hebt Suspendierung Russlands auf

Die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada nimmt die russische Agentur Rusada wieder auf. Nach drei Jahren ist so der Weg für Russland geebnet, uneingeschränkt in den Weltsport zurückzukehren. Nicht nur in Deutschland ruft das massive Kritik hervor.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada hat die russische Anti-Doping-Agentur Rusada begnadigt und nach drei Jahren wieder aufgenommen. Diesen weltweit kritisierten Beschluss des Exekutivkomitees gab die Wada nach ihrer Sitzung auf den Seychellen bekannt. Wada-Chef Craig Reedie spach von einer "großen Mehrheit" und "strikten Voraussetzungen".

Die Exekutive soll mit 9:2 Stimmen für eine Wiederaufnahme gestimmt haben. Damit steht Russlands Rückkehr in den Weltsport nicht mehr viel im Weg. "Die Entscheidung ist verbunden mit einem klaren Zeitplan, nach dem der Wada Zugang zum Moskauer Anti-Doping-Labor und den darin vorhandenen Proben gewährt werden muss", sagte Reedie. Sollte der Zeitplan nicht eingehalten werden, würde es die Exekutive unterstützen, die Rusada wieder zu suspendieren.

Die deutsche Anti-Doping-Agentur Nada ist mit der Entscheidung nicht einverstanden. Andrea Gotzmann, die Vorstandschefin, sagte, "die Rusada zum jetzigen Zeitpunkt als compliant, also regelkonform arbeitend, einzustufen, ist ein herber Rückschlag für uns. Die Entscheidung setzt ein falsches Signal." Das Vertrauen in die Wada sei nun "massiv erschüttert". Die Vision von einem unabhängigen Regelungsgeber sei mit der Entscheidung der Wada zerstört worden.

"Im Dienst der sauberen Athleten"

"Es wird schwer, zukünftig zu vermitteln, dass die Wada die Leitlinien der Anti-Doping-Arbeit weltweit vorgibt und überwacht", sagte Gotzmann. "Wir bei der Nada werden jedoch ohne Wenn-und-Aber den von uns eingeschlagenen Weg für einen dopingfreien und fairen Sport im Dienste der sauberen Athleten fortsetzen." Der Regierung in Moskau hingegen gefällt das Ende der Suspendierung. "Russland bekräftigt seine Treue zum Prinzip des sauberen Sports", sagte die für Sport zuständige Vizeregierungschefin Olga Golodez der Agentur Interfax zufolge.

In Russland sei viel daran gearbeitet worden, "um transparente und verständliche Regeln im Kampf gegen Doping zu schaffen". Nun komme es darauf an, dass die einzelnen russischen Verbände wieder zugelassen werden, vor allem die Leichtathleten, sagte der Abgeordnete und Sportpolitiker Dmitri Swischtschow. "Da steht der Rusada und dem Sportministerium noch viel Arbeit bevor." Vorausgegangen war ein Vorschlag des unabhängigen Compliance-Prüfungskomitees CRC, das für die Aufhebung der seit November 2015 geltenden Sanktionen plädiert hatte.

Wegen der Suspendierung waren russische Leichtathleten und Behindertensportler aus ihren Weltverbänden IAAF und IPC ausgeschlossen. Sie durften 2016 nicht an den Olympischen und Paralympischen Spielen in Rio de Janeiro teilnehmen. Das Internationale Olympische Komitee IOC hatte Russland, das bei den Winterspielen 2018 wegen des Staatsdopingskandals nicht unter eigener Flagge starten durfte, unmittelbar nach den Wettkämpfen in Pyeongchang ohne Auflagen wieder mit allen Rechten ausgestattet.

Quelle: ntv.de, ara/sgi/sid/dpa

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