Sport

Niederlage nach sieben Jahren Weltrekordler Kipchoge verliert sensationell

85901ae64cea35c15bd897350b1d80ea.jpg

Sieger Kitata jubelt bereits ausgiebig, als Kipchoge ins Ziel kommt.

(Foto: AP)

Er ist Olympiasieger, Weltrekordler und er ist der einzige Mann, der die Marathondistanz bereits unter zwei Stunden absolvierte: Eliud Kipchoge dominiert den Langstreckenlauf seit Jahren. Bis heute, denn in London kassiert er völlig unerwartet eine deutliche Niederlage.

Olympiasieger Eliud Kipchoge ist sensationell nach sieben Jahren wieder bei einem Marathon geschlagen worden. Der Lauf-Superstar und Topfavorit aus Kenia landete beim Geisterrennen in London nur auf Rang acht und hatte gegen den Sieger Shura Kitata aus Äthiopien keine Chance. Kitata setzte sich nach einem Zielsprint bei widrigen Bedingungen nach 2:05:41 Stunden mit einer Sekunde Vorsprung gegen Vincent Kipchumba durch. Dritter wurde Sisay Lemma aus Äthiopien in 2:05:45 Stunden. Sieger Kitata sagte: "Ich bin überglücklich."

Kipchoge musste gut vier Kilometer vor dem Ziel abreißen lassen und kassierte damit völlig unerwartet seine zweite Niederlage in einem Marathon-Rennen, zuletzt wurde der Weltrekordhalter 2013 in Berlin von seinem Landsmann Wilson Kipsang geschlagen. In London trudelte Kipchoge mit 1:08 Minuten Rückstand auf Sieger Kitata ins Ziel. Anschließend erklärte er im BBC-Interview: "Ich hatte ein Problem mit meinem rechten Ohr nach der Rennhälfte. Ich weiß noch nicht, was da passiert ist" Zusätzlich habe er Hüftprobleme bekommen. Er sei nun enttäuscht, wollte er doch schneller laufen.

Nur einmal lief Kipchoge einen Marathon langsamer als jetzt in London, wo er 2:06:49 Stunden benötigte. Und zwar bei seinem Olympiasieg 2016 in der Hitze von Rio. Damals sicherte er sich Gold nach 2:08:44 Stunden. Aber er werde "zurückkommen", versprach Kipchoge: "Ich habe noch viele Marathons in mir."

Gabius verpasst die Olympianorm

Sein angepeiltes Ziel verpasste bei Regen und Kälte auch der deutsche Rekordler Arne Gabius. Der 39-Jährige blieb auf Rang 22 in 2:14:25 über der Olympianorm von 2:11:30. Bereits im Vorfeld hatte kurzfristig Äthiopiens Laufstar Kenenisa Bekele, zweitschnellster Marathonläufer der Geschichte, seine Teilnahme verletzungsbedingt absagen müssen.

Bei den Frauen machte es Kipchoges Landsfrau Brigid Kosgei besser. Die Weltrekordlerin wiederholte ihren Triumph aus dem Vorjahr souverän in 2:18:58 Stunden. Die 26-Jährige setzte sich gegen die Amerikanerin Sara Hall (2:22:01) und Weltmeisterin Ruth Chepngetich (2:22:05/ebenfalls Kenia) deutlich durch. Die internationale Bestzeit für reine Frauenrennen von Mary Keitany (ebenfalls Kenia) von London 2017 mit 2:17:01 Stunden verpasste Kosgei. Sie hatte 2019 im gemischten Rennen von Chicago den offiziellen Weltrekord der Britin Paula Radcliffe auf 2:14:04 Stunden verbessert.

Wegen der Corona-Pandemie waren bei der 40. Auflage des Traditionsrennens keine Hobbyläufer zugelassen. Die 41,195 Kilometer wurden ohne Zuschauer auf einem abgesperrten Rundkurs durch den St. James's Park am Buckingham Palace absolviert. Zahlreiche andere große Stadtmarathons waren in diesem Jahr coronabedingt abgesagt worden, darunter auch das Rennen in Berlin.

Quelle: ntv.de, ara/sid