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Showdown bei Eishockey-WM Wer stoppt Russlands "Rote Maschine"?

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Die Sbornaja mit Superstar Alexander Owetschkin spielt bei dieser WM bislang spektakulär gutes Eishockey.

(Foto: imago images / ITAR-TASS)

Rekordweltmeister Russland ist vor dem Halbfinale gegen Finnland weiter der Topfavorit auf den WM-Titel in der Slowakei. Doch das Viertelfinale gegen die USA hat auch gezeigt, dass Superstar Alexander Owetschkin und sein russisches Eishockey-Team nicht unverwundbar sind.

Eishockey-Großmacht Kanada, Deutschland-Bezwinger Tschechien oder vielleicht schon Außenseiter Finnland - vor dem finalen WM-Wochenende lautet die entscheidende Frage: Wer stoppt die "Rote Maschine"? Rekord-Weltmeister Russland geht als klarer Favorit in die WM-Entscheidung. Und kann damit offenbar ziemlich gut leben.

"Wir haben viele Superstars, die in der NHL spielen. Und einen starken Goalie", sagte Angreifer Michail Sergatschow vor dem Halbfinale am Samstag (15.15 Uhr) in Bratislava gegen die überraschend starken Finnen, die Titelverteidiger Schweden im Viertelfinale durch ein 5:4 nach Verlängerung ausgeschaltet hatten: "Alle spielen für das Team. Alle spielen für das, was auf unserem Trikot steht, für Russland."

Reichlich Pathos ist mit im Spiel, wenn die Russen, die vom Deutsch-Russen Ilja Worobjow trainiert werden, am Wochenende nach WM-Titel Nummer 28 greifen. Das ist kein Wunder: Ein ganzes Land schaut dieser Tage auf seine Kufen-Cracks. Alles andere als ein Triumph in der Slowakei wäre für die erfolgsverwöhnte Eishockey-Nation 15 Monate nach dem Olympiasieg von Korea eine Enttäuschung.

Sieg über den Erzfeind ist Balsam

Trotz einer perfekten Vorrunde hatte der russische Sportminister Pawel Kolobkow vor der K.o.-Phase eindringliche Worte ans Team gerichtet. "Es ist noch Luft nach oben", monierte der Politiker in strengem Tonfall. Die Maximalpunktzahl von 21 Zählern und 36:7 Toren? Geschenkt. Die beste Ausbeute aller 16 Teams? Egal. Inzwischen sind es acht Siege aus acht WM-Spielen.

Das Trauma vom letzten Jahr, als sie bei den Titelkämpfen im Mai erstmals seit langer Zeit im Viertelfinale gescheitert waren, scheint überwunden. Der Erfolg gegen den amerikanischen Erzfeind war wohltuender Balsam für die russische Seele - nun sollen Ausnahmekönner Alexander Owetschkin und NHL-Topscorer Nikita Kutscherow das Team nach dem Olympiasieg auch zurück auf den WM-Thron schießen.

Bevor es zum vermeintlichen Traumfinale gegen den 26-maligen Titelträger Kanada (im Halbfinale am Samstag gegen Tschechien) kommen kann, warten die aufmüpfigen Finnen. "Wir haben die Chance, Gold zu gewinnen. So wie wir es hier beim letzten Mal geschafft haben", sagte Sakari Manninen und erinnerte an eine von zwei WM-Sternstunden. 2011 stand Finnland zuletzt ganz oben. In Bratislava.

Quelle: n-tv.de

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