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"Ich habe jahrelang gedopt" Zabel packt aus - und macht Ullrich Druck

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"Epo, Cortison, dann sogar Blutdoping: Es ist doch eine ganze Menge": Erik Zabel.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Deutschlands früherer Radstar Erik Zabel macht reinen Tisch mit seiner Doping-Vergangenheit und gesteht jahrelange Manipulationen. Die Katze aus dem Sack lässt er in einem Interview - und bringt damit auch seinen alten Kollegen Jan Ullrich unter Zugzwang.

Erik Zabel hat nun doch ein Geständnis über umfangreiches Doping während seiner aktiven Karriere abgelegt. "Epo, Cortison, dann sogar Blutdoping: Es ist doch eine ganze Menge", sagte der ehemalige Radprofi in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung". Zabel erklärte, dass er sich 1996 bewusst entschlossen habe, mit dem Dopen zu beginnen.

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Toursieger Ullrich (rechts) steht nun unter Druck, ebenfalls reinen Tisch zu machen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Indirekt bezichtigte Zabel außerdem Jan Ullrich, dem ebenfalls für die Tour 1998 Epo-Missbrauch nachgewiesen worden war, auch schon beim Tour-Sieg 1997 gedopt gewesen zu sein. "Wir müssen ja jetzt niemanden mehr für dumm verkaufen, es gibt inzwischen genug Berichte, wie es damals war. Aber konkret kann ich hier jetzt nur für mich sprechen", sagte Zabel.

Bislang hatte der 43-jährige Zabel im Jahr 2007 lediglich zugegeben, zu Beginn der Tour de France 1996 EPO genommen, es aber nicht vertragen zu haben. Am vergangenen Mittwoch war aus einem Senatsbericht in Frankreich aber klargeworden, dass Zabel auch bei der Tour 1998 positiv getestet worden war.

Zabel lebte in einer anderen Welt

Nachdem die Nachweismethoden besser geworden seien, schwenkte er damals nach eigenen Angaben auf Eigenbluttransfusionen um. "2003 habe ich vor der Tour de France eine Re-Infusion bekommen", sagte Zabel der "Süddeutschen". Zabel ist sechsmaliger Gewinner des Grünen Trikots für den besten Sprinter bei der Frankreich-Rundfahrt.

Dass er bislang nur von einer einmaligen kurzen Epo-Phase zu Beginn der Tour 1996 gesprochen hatte, begründete Zabel mit seinem damaligen sportlichen Wunschdasein. "Vor allem wollte ich mein Leben behalten, mein Traumleben als Radprofi. Das hat man ja so geliebt, diesen Sport, die Reisen. Dieser Egoismus, der war einfach stärker."

Der einzige deutsche Tour-Sieger Jan Ullrich, der durch die Enthüllungen in Frankreich ebenfalls als Lügner entlarvt worden war, steht nun als Leugner fast allein auf weiter Flur. Ullrich hat bislang nur Blutdoping eingeräumt und Kontakt zum Doping-Arzt Eufemiano Fuentes bestätigt, Epo-Missbrauch aber ausgeschlossen. Der Grund seines Schweigens scheint klar: Würde er Epo-Doping gestehen, was er auch vor Gericht niemals getan hat, müsste er wegen Meineids eine Gefängnisstrafe fürchten.

Quelle: n-tv.de, jtw/sgi/sid

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