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Tennis-Sensation in Madrid Zverev entzaubert den Sandplatzkönig Nadal

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Verdienter Jubel.

(Foto: REUTERS)

Auf Sand gilt Rafael Nadal als bester Spieler der Welt, dominiert seit Jahren das Herren-Tennis. Ausgerechnet bei seinem Heimturnier aber wird der Spanier überrumpelt. Alexander Zverev ringt ihn sensationell in zwei Sätzen nieder und steht nun im Halbfinale vor einem besonderen Wiedersehen.

Der Siegesschrei von Alexander Zverev hallte durch die schock-gefrorene "Caja Magica". In der "Zauberkiste" von Madrid, dem Wohnzimmer von Sandplatzkönig Rafael Nadal, entzauberte der Hamburger den Grand-Slam-Rekordsieger mit 6:4, 6:4 und zog beim Masters in das Halbfinale ein. "Das ist einer der besten Siege meiner Karriere", schwärmte Zverev. Der 24-Jährige feierte im vierten Anlauf den ersten Erfolg auf Sand gegen Nadal - und setzte rund drei Wochen vor Beginn der French Open ein dickes Ausrufezeichen. Im Kampf um das Endspiel wartet am Samstag nun der Österreicher Dominic Thiem.

"Ich habe das Gefühl gehabt, dass ich das Match selber gewonnen habe. Das ist ein relativ angenehmes Gefühl, wenn man gegen Nadal spielt", sagte Zverev nach dem Match bei Sky. Bereits die vergangenen beiden Partien gegen Nadal hatte Zverev unter dem Hallendach jeweils für sich entschieden, zuletzt 2020 beim Masters in Paris. Doch ein Triumph auf Nadals Parade-Belag, noch dazu vor knapp 5000 frenetischen spanischen Fans, war keinesfalls erwartet worden. "Es ist die schwierigste Aufgabe im Tennis, gegen Nadal auf Sand zu spielen", hatte Zverev vor dem Match gesagt.

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Nadal auf Sand schlagen, das gelingt nur wenigen.

(Foto: REUTERS)

Nach ausgeglichenem Beginn verursachte Zverev einen Doppelfehler, der Nadal ein Break zum 2:4 ermöglichte. Doch Deutschlands Topspieler ließ sich dadurch nicht verunsichern und holte sich im Anschluss gleich vier Spiele in Folge. Sinnbildlich für seinen entschlossenen Auftritt beendete er den ersten Satz mit einem Ass.

Besonderes Wiedersehen mit Kumpel Thiem

Im zweiten Satz entwickelte sich ein umkämpfter Schlagabtausch, bei dem Zverev immer häufiger entscheidende Treffer gegen den 34-Jährigen landete. Madrid-Rekordsieger Nadal haderte mit sich und hatte Mühe, dem kraftvollen Spiel Zverevs Stand zu halten. Nur mit Glück verhinderte er das Break zum 2:5. Nach 1:44 Stunden verwandelte Zverev dann seinen ersten Matchball.

Schon in den vergangenen Tage zeigte sich Zverev in Madrid insgesamt von einer besseren Seite als noch vor einer Woche in München, wo er im Viertelfinale überraschend gegen den Qualifikanten Ilja Iwaschka aus Belarus ausgeschieden war. Der Weltranglistensechste meldete sich mit soliden Vorstellungen gegen Kei Nishikori (Japan) und Daniel Evans (Großbritannien) zurück.

Im Halbfinale am Samstag kommt es für Zverev in mehrfacher Hinsicht zu einem Wiedersehen mit seinem Kumpel Thiem. Vor drei Jahren hatte Zverev in der spanischen Hauptstadt im Endspiel gegen den Österreicher triumphiert. Im vergangenen Jahr fügte ihm Thiem allerdings im Finale der US Open eine der schmerzhaftesten Niederlagen seiner Karriere zu.

Der Weltranglistenvierte aus Österreich zog durch ein 3:6, 6:3, 6:4 gegen den US-Amerikaner John Isner in die Vorschlussrunde ein. Nun folgt das Duell mit Zverev, der sich nicht als Favorit sieht: "Das Turnier ist noch nicht vorbei. Dominic Thiem hat gerade auf diesem Belag sehr, sehr stark gespielt", sagte er.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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